Skip to main content

Full text of "X Collection 220A"

See other formats




X Collection 
INDEX 



Page:. 



Barcode Number 

LIBRARY OF CONGRESS 

in iiiii iiiii hiii iiiii urn urn n i iiiii mi mi 




020 534 802 5 
LIBRARY OF CONGRESS 

iiiiii iii iiiii ii iiiii iiiii iiiii iiiii lid. iiiii n n 




020 534 803 7 

LIBRARY OF CONGRESS 

I iiiii! I! Ii! ! !!!!! ■■!■ !"!! I !" 1 " Il1 "".. " m " • m " 



c 




020 534 804 9 
LIBRARY OF CONGRESS 

llll IIIII IIIII IIIII III! Illl 




020 534 805 
LIBRARY OF CONGRESS 

IIIII IIIII Mill IIIII IIIII Mill IIIII IIIII IIIII 




020 534 806 2 
LIBRARY OF CONGRESS 

III! • I,, ! l,|l *» l •■■**■ '!» H 




IIIII 




020 534 807 4 



Box Number 





11 \A 



221$ 



nz 



123 



Total of 
Volumes 



n 



Call Number 



S3 



£7 






V)J Kol.H. /-l 0"X>XA^^CL 



^957) 






71 



3? 



dow.m (mz-mi) 

s*A- (•*<- \i% 



kr*-5~ 



D9ZUIG7-W^ 



51 



msi-vpwi 



L 



L 




X DD261 
4 



^ 



c 



c 




r. '■ ~: ■ 



F-D-G-B 



J- :;\fl!iJ 



Copf 






FREIER DEUTSCHER GEWERKSCHAFTSBUND 
BERLIN C2, WALLSTRASSE B1-B5 



& 



Schulungs- und Ref erentenmaterial 

AnfangJunil94G/AusgabBNummeplB 



X-DO 

i 

,4 



Der Dbergang vom Kapitalisnius 
zum Imperialismus 



Aus dem Inhalt: 

I. Die monopolistische Entwicklung 2 

II. Die Folgen der monopolistischen Entwicklung . . . 3 

III. Die Rolle der Banken 5 

IV. Die Aufteilung der Welt 

unter die monopolistischen Verbande 7 

V. Die Ursachen der Krisen 

in der kapitalistischen Wirtschaft g 

VI. Imperialismus und Opportunisms : . . 12 

VII. Kritik des Imperialismus 13 

VIII. Auswirkungen der imperialistisctiBn Entwicklung 
in der deutschen Gewerkschaftsbewegung . . 18 

IX. Lehren aus 50 Jahren imperialistischer 
Entwicklung in DBUtschland ^ V . . 20 

X. Das neue Deutschland ohne Plutokraten 22 

Nur fur den Organisationsgebrauchi 



,161 



c 



c 




DURCH 

FREUNDSCHAFT 

ZUM 

FRIEDEN 



L 




c 



. 






COS? jnc- 



■ *■&&*— Jr nM ^ 



1.) Ei 



9L a»^/ 






■' I 1 



c 




/ 



x-£ 



Z* 






XDD263 




M 



... .... 




L 



c 



Wilhelm Firl u 



VORKAMPFER DEJLEAEIHEIT 

DEPARTMENT OrSTATF" 

DIVISION OF LIBRARY 
_rw- AND 

VON ALFRED K A flTCfif0Wte2E services 





X DD261 
A 
.29 



der kinderbuchverlag •Berlin/Dresden 



c 



WELTFRIEDENSRAT 
GIBT 

ANTWORT 



c 



^Ws/o! 



iNT 



OF 



ftf ^C:; y 



>N of ,T n Sir/\ 

Ein Querschni* LR ^ Plu mi 
durch die Presse 



re 



X& 



F/Le 



Copy 



des Weltfriedensrates 

vor 200 Zeitungs-Korrespondenten 

aus alien Tellen Deutschlands 

und der Welt 

zur Eroffnung und zum Abschlufi 

der Berliner Tagung 

des Weltfriedensrates 

vom 21. bis 26. Februar 1951 



77* 



- 



L 



L 



w 



BUNDESPRASIDENT. 

HEUSS™ / ^ 



nr>o.vuj./ <Yj 




ZUR DEUTSCHE 



I 



c 




VOM 
FKIEDEN 



Sotiderdruck fur den Pionierauftrag 

LERNT UND KAMPFT FUR DEN FRIEDEN 



X-DD261 
.4 
.Z9 



i 



c 



Com 1 00T * 8 ' \/ x i~-&w<^ 3 it 
JJ Hi ** *-■ •*■ n^N^^Kirsp^r— — . \\yfi 




L 



c 



L 



_ 




c 



L 



C 



DIE 

DEUTSCHE 

STIMME 

IM 

WELT- 

FRIEDENS- 
RAT 






J 



a 



if 



X-DD261 
.4 

.7.9 



1 0CT18 

eegy ,^ lis? 



AUFDERERSTEN TAGUNGV O M 
21. BIS 26. FEBRUAR 1951 ZU BERLIN 



c 



c 



m 



DIE 

DEUTSCHE 

STIMME 

IM 

WELT- 

FRIEDENS- 

RAT 



, 





! 




X-DD261 
.4 
.13 



AUF DER ERSTEN TAGUNG VOM 
21. BIS 26. FEBRUAR 1951 ZU BERLIN 



L 



c 








; 


13 






GESAMTDEUTSCHE BERATUNGEN 






UBER FREIE WAHLEN 








UND EINEN FRIEDENSVERTRAG 
















wtt 


- 




w 


i BBSr : 

■ 

REGIERUNGSERKLARUNG 

des Ministerprasidenten der Deatsdien Demokratisdien Republik 

Otto Grotewohl auf der auGerordentlichen Tagung der Volks- 

kammer am 10- Oktober 1951 

ENTSCHLIESSUNG 

der Volkskammer der Deutsdien Demokratisdien Republik 

an den Bundestag 






_ 


■" . " 


*. 





_ 



L 



L 




L 



X-Di 

% 4 



% 







L 



L 



c 



c 



L 



***M 



(O 



o 



PUBLIC GAIv'IY BR, 

OUT- 




Grofibauten 
des Koin nuui ismus 




L 



C 



. 




c 



c 



- 




c 






c 



L 



ANZ 

liftCMLA 
BAUT 
BERLI 



•3& 



















\u 




■ 






c 



K? 




X-DD261 

.4 
.Z9 $ 



o | 



( 



L 



DIE 
( DEUTSCHE SAMMLUNG 



L 



DER 
DEUTSCHE WEG 



^c-LX 



c 



L 




L 



L 



DiUTSC 
ARBEITI 




c 



DIE LUGEN 
DER KRIEGSHETZERPRESSE 



L 



L 




X-DD261 

.4 



$0- 






-'- 



DEUTSCHLAND 



am 



L 




L 



L 



L 




V&rschl&ge 

zur friedlichen Losnog 
der denlsdien Frage 



L 



c 



c 




L 



: -r-. 






c 



SINGLE £BEi 




zurverteidigung" 

der einheit 

der deutschen kultur 



X-DD25! 
.4 









PROGRAMMERKLARUNG DES MINISTERIUMS FDR KULTUR 
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK 



L 









V 




Ein Taisachenbericht 




c 



c 




L 



c 



c 



L 







PROFESSOR DR.HEINRICH BRANDWEINER 




L 






XDD261 
.4 
■ Z9 ^ 



#'■ 



U 8-W0V28I 



YERSTANDIGUNG 



111 1 
n i 

:::: 



IIHJHII1IH1J 



L 




USER POLITIK 
DER STiRKE 



I 



c 



L 



v_ 



i • Publications 
Office, HICOG. Berlin 



procurement 



3-JUN 7 



Copy_ 



1955 



DieVERWALTUNG 

L.. 

Mittellungsblatt der JGewerkfdiaft Varwaltungan, Banken, Vertidisrungen fOr dia 
Arbeiier, Angestellten und Baamten der offentlldien Verwaltungen von Westberlin 



Die Kraft des Volkes entscheidet! 




Nun hat auch der Bundesrat den 
Vertragen von Paris zugestimmt, 
und HeuB beeilte sich, die Kriegs- 
pakte so schnell wie moglich zu 
unterschreiben. Schon einen Tag 
spater meldeten die Zeitungen, daB 
bereits tiber 400 Betriebe West- 
deutschlands und Westberlins an der 
Wiederaufriistung arbeiten. Von der 
SchieBkarte bis zum Minenraumgerat 
wird alles hergestellt, was notig ist, 
um schon im April mit der Auf- 
stellung der westdeutschen Armee 
zu beginnen. 

Jetzt ist es hochste Zeit, daB auch 
der letzte friedliebende Deutsche die 
Zipfelmutze in die Ecke wirft, sich 
auf seine schlechten Erfahrungen 
niit den Generalen und Riistungs- 
magnaten besinnt und seine ganze 
Kraft zur ZerreiBung der Kriegs- 
plfine und Kriegsvorbereitungen 
Adenauers einsetzt. 

1914 stimmte der Reichstag fur die 
Bewilligung der Kriegskredite. Nach 
vier Jahren unendlicher, nutzloser 
Opfer, Elend und Leid jagte die 
revolutionare Arbeiterschaft Wilhelro 
und seine Generale zum Teufel und 
beendete das BlutvergieBen. . 
1933 stimmte der damalige „Reichs- 
tag" dem hitlerschen Ermachtigungs- 
gesetz zu. Die erste Folge war das 
Verbot der Arbeiterparteien und die 
Zerschlagung der Gewerkschaften, 
wenige Jahre spater ein neuer Welt- 



krieg mit noch mehr und grauen- 
volleren Opfern, bis die siegreiche 
Armee des ersten Arbeiter-und- 
Bauern-Staates die faschistische Brut 
in Berlin ausraucherte, und dem 
Morden ein Ende machte. 

1955 stimmte eine reaktionare Mehr- 
heit von 324 Abgeordneten in Bonn 
zu, diesen Weg zum drittenmal zu 
gehen, mit der Perspektive, durch 
die Anwendung der schrecklichsten 
Massenvernichtungsmittel, der A- 
und H-Bomben, die Zahl der Opfer 
ins UnermeBliche zu steigern. 

Aber 1955 ist nicht mehr 1933 Oder 
gar 1914! Der kleinen Minderheit 
verbrecherischer Abgeordneter steht 
jetzt die uberwaltigende Mehrheit 
des Volkes gegenuber, die aus der 
Geschichte gelernt hat, die nicht noch 
einmal fur fremde Interessen bluten 
und sterben will. Die Werktatigen 
Westdeutschlands haben gezeigt, daB 
sie kampfbereit und entschlossen 
sind, ihr Leben zu verteidigen. Sie 
machen die Beschlusse der DGB- 
Konferenz in Frankfurt am Main 
zur Grundlage ihres Handelns und 
haben bereits in groBen Protest- 
streiks im Ruhrgebiet und an der 
Saar ihre starke Kraft und Geschlos- 
senheit bewiesen. Gegenwartig be- 
reiten die Kumpel von der Ruhr 
und im Aachener Gebiet einen neuen 
wirkungsvollen Schlag gegen die 
Herren von Kohle und Stahl vor. 



L 



L 



© 



ret 




2$1 

'.4:' 
.29 



zum dauerhaften 



FRIEDEN 



#> 




I 



L 



_ 



L 




From: Publications Procuremenf 
Berlin 



•rtS*»* 



^\0» 




X*DD261 

A 

.■2 



Regierungserklarung 

des Ministerprasidenten Otto Grolewohl 
vor der Volkskammer der Deutsdien Demokratiadieii Republik 

am 12. August 1955 



I 



L 




C 





L 




L 



From: Publications Procurement jf ^6 
Office, ' Berlin 





•' 



L 



Mill #2, 




schaffen 



ff 



X-DD 2 61 



Am f ban der friedenswirtschaft 

DER DEUTSCHEN D E M O K R AT I S C H E N REPUBLIK 

aus eigenei* Kraft 




. 





jfwg WIEDER/3 

\ ie manche grauenvolle Nacht hat deine Frau mit deiner Kleinen 
Ira kalten Keller zugebracht ! Und imraer wieder muss sie weinen, 






- 



#\% 



m 



-jul a o 

I Copy i%6 




Wenn sie das Herzchen klopfen splirt, wie es vor Angst 
Schrecken frlert und seine grossen Augen fragen : 

Mama wo hat es eingeschlagen ? 

- - - dann kam der 3.Februar 1945. 

Wer kann jemals diesen Tag vergessen, an dem aueh viele Neukbllner 

Opfer des Krieges wurden. 

Geschwader auf Geschwader der U.S. Air Force fLog Berlin an. 
Bombenhagel auf Bombenhagel sttirzte hernieder. 

Wer kann je vergessen die brennenden Strassenztlge. die grauen- 
vollen Sohreie sterbender Frauen und Kinder* Rauohende TrUmraer- 
felder blieben zurtick. Das war einmal Berlin. Ein grosser Teil 
ging an diesera Tage zu Grunde und mit ihm Menschen, Mensohen, die 
keinen Krleg wollten, die nicht daran verdienten. 

3. Februar 195 5 
Die alten Kriegstreiber sind wieder am Werk, 

Erneut ist das Leben aller aufs aasserste bedroht. Die Pariser 
Vertrage bilden die Grundlage zur Vorbereitung eines neuen Krie- 
ges* 
*\denauer ist der eifrigste Verfechter dieser Kriegs vert rage. 

rupp, Thyssen, Kesselring und uanteuffel sind seine Verbtlndeten. 

iederum sollen Millionen ivlenschen fiir die Interessen Jener 
Kriegstreiber verbluten. 

Noch mabnen die Toten aus der Elbe-, Reuter-, 
Herfurth- und anderen Strassen unseres Bezirksi 

Wir aber wollen leben. Darum milssen die Pariser Kriegsvertrage 
zunichte gemacht werden. 

Die Sowjetregierung stellte am 15. 1. 1955 erneut fast : Das 
Wichtigste und Dringlichste ist die Wiederherstellung der Ein- 
heit Deutschlands auf dem friedliohen Wege der Verhandlungen. 
Sie verlieren ihren Sinn und werden unmb*glich, wenn die Pariser 
Abkomraen ratifiziert sind a 

Das deutsche Volk hat die Kraft und muss sie ira eigenen Interessa 
anwenden urn die Pariser Vertrage zu verhindern. Es gilt alles 
einzusetzen fUr die friedliohe Wiedervereinigung unseres Vater- 
landes auf demokratischer Grundlage. 

Nationale Front des demokratischen 

Deutschland 
Kreisauscchuss Neukolln 



_ 



L 



e i e Do uts c he Tugen d 
eis' eltung 
,S •? " or 2 1 ar i r. t 



53 ing 



Lieber junger Kollege i 




*^ 












Su BasiEn des Trhre-3 1955 Ob e mitt el t Lir dis ZTDJ" ..edding die 
hersJ i caster QrtLSe, 

TTlr i^enden uns gerc.de Jatst en Dich, *rc ieder einselna von uns 
in der G-ef ohr scinrabt, nech einnnl einen Arisg zu erleben* Yon 
uberleben '.^.nzx ^c Ireina Redo sain* Bagegan ntissen ~ir uns wah- 
renl Yenr. die ggn.se _4rbe iters ohaft in Auctions ainhe it zosaciaen.<&2* 
trittj Imeift srgar ein Graf .7olf von Baudissin Bar 5ev;eis liagt 
rc-Tc In Uestdautsehlond 3ind die Strains schon lange Lceina bl'c- 
Sen Loba!3Lnpfe.naar,-- sio sind gleichaoitig 2&u?fe gegen die I?a- 
riscr YortrY o e r.r.s gobt auoh unsoran "Rogieronden." uni doroa IIi~ 
nistor in Bonn nachtig on die Hiarea; Uir sind do oh alio oinor 
Ilbinung. dr.3 uns oin ncuor Militarisms nichts Gates bringon laann* 
.T->tst v:"llto uns Adenauer vjicdor oinaa soinor RokrutonfMngor schilc- 
n, Kossolrlng und la ntouffol habon nloht gowagt, in Berlin auf- 
tocton, 31 =al: bat in Augsburg -ras ins Augo beicoiaaon. (oin G-luclc 
nur, daB or naehnicbt in As chaff onburg wed? I] "Jnd Jotzt aollto so- . 
gar oin Gr.af Igxaaoii , un uns don Barras sohnaclrhdft su. nochoa* .ITon, 
•.7ir hStton ihn gornc auch nach auBonliin zun Graf on gostanpolt, Zun 
blruion Blut passon sahr gut "blauo Augon" i I 

Ilollug^n, sotzt 3uch in don Botriobaa susaaaon. VorfaBt Srstostro* 
solutionjn. Dor 3c rc^-CTug-ndloongroB glbt Such dio Richtlini~n und 
das Recti; Such gegen diese ICriegstreiber und Urheber alien Slends 
aufsutretea* Daruoi kanpft gegen die Rariser Yertr?.ge and ihre.Rati- 
f isle rung , 



L 



;nn 



er: 



st in der Kaserne sitzt, ist es su spat, 



Liebe Kcllegen, schreibt uns Sure I'feinung ~ie irir geoe insan gegen 
die Paris er Vert rage Icanpfen I:cnnen« 



Yreundscbnft 
YDY Areisle itung Ycddi- 
Selcrotariat 



L 



1 




Erklariing 

der Sowjetregierung 
zur Deulsdilandfrage 

* 0111 15. Jaiiuar 1955 



Pariser Vertrage verstarken Kriegsgefahr 

Vereinigung der Deutschen Demokratiscfaen Republik 
mit militaristischem Westdeutschland unmoglich 

Vorschlag fiir Viermachtekonferenz zur Wiedervereinigung 
aui der Grundlage freier Wahlen 

Bereitschaft zur Normalisierung der Beziehungen 
mit Westdeutschland 

Wiedervereinigung in erster Linie 
Sache der Deutschen selbst 



.4 
.29 



L 












'-.■■■ 







-> 




', 



o 



L 




ie Iniernafiona I e \m 



.i j 








R 



Uj 



Mil 

ufie 

der 

nng der UdSSR 



Bericht 



dies ersten SteUvertreter des Vorsiizenden 

des Ministerrates 

und AuBenminister der Sowjetunion 

W. M. MOLOTOW 

auf der Tagung des Obersten Sowjet der UdSSR 

am S.Februar 1955 



_ 



L 



L 




L 



L 



L 




L 



L 




L 



c 



From: Publications Procurement 
Office, ' Berlin 



P 



, -LO- 




Ut die Versfandipng 

und bruderlidie Zusammenarbeit 

der deulsdien Gewcrksdiaften 



-DD261 
.4 
.Z9 • 



■*; 




L 



L 






C 




L 




icaticm* Procurement 

* Berlin '■-* > r i 




fa $*?*&&* 




2'- APR": 

Cop? 

-"''■jwjjprii* 



L 





L 








Seo ^/loss- fbrnutf 






From: Publications Procurement L £, 




% 


Office, Berlin ., 

3* 

Berliner Arbeiter verstdndigen sidi: 






^ 








'%- APR- 3. j 








C',-7-_135?l 






X-DD261 






.19 






In der Einheit 




I 

1 


liegt unsere Starke 




• 


*, 



L 



'■ 



C 





^3EI» — l"' lj 

Beitrage zum Atomproblem: 

Atomenergie heute und morgen 

Wird es zn einer neuen Atomkonferenz 
kommen? 

Wurden in Genf Atomgeheimnisse 
bekanntgegeben ? 

Bra uili en wir ■» Atomzentralen« ? 

Eine farbende Radioaktivitat 

Von der Wasseruhr zur Atomuhr 



Atomgeneratoren in der Westentasdie 

Stadteheizung mit Atomkraft? 

Was aus den 23 japanischen Fisdiern 
geworden ist X 'DD26 1 

Konnen wir sofort besser leben? 7<a 



DEUTSCHER FRIEDENSRAT- BERLIN 



L 



C 







Pamphlet. Discussion between members of the 
"Politbuero" of the SED and SPD-functionaries 
of the Fed. Rep. of Germany and of V/estberlin. 

From: Publications Procurement ^ ^ 

Office, Berlin v Orai»J 

00ffffl&*(* X-DD261 



Lc 



A 
,19 




Beratung des Politbiiros der SED 
mit SPD-Funlctionaren 

aus der Bundesrepublik 
und Westberlin 






c 



From: Publics Sione ProcoremenJ 

Office, ' Berlin 



zc 




8- APR- 4 



DieUdSSR 

weist den Weg 

ziim Frieden 



X-DD261 



Erklarung der Sowjefregierung 
„Zur Frage der Abriisfnng mid znr Mindernng der 
internationalen Spannung" vom 17. November 1956 



c 




L 






J- 
J 



Library of Congress 

Gift and Exchange Division 

Washington 25, D.C. 




n 






2 -APR- 3' 

ICes? 



ISP 



in ^yypten 



Maximilian Scheer vom Presidium des Deuischen Friedensrates 

ubermittehe uns iiber Funk weitere Berichte. X DD26 1 

.4 
.19 




Brilische Aggressoren in Pori Said 



L 



c 



L 




2- MAR 12' 



2 



e 



Literarische Veranstaffiingen 
fiir Kinder 



X-DD26J 
.4 






Nachweis der gesamm el ten Malerialien 



1956 

Herausgegeben vom Zentralingiiiu t lur Bibliothekiwe.en, Berlii 



c 



L 



ENTSTEHUf G"'l 

X-DD261 w 
.4 * 

■ Z9 DES B 


LEBENS.J 


AUF DER \ 

P 1 


ERDE 1 


E I N L E S E P L 


H 

A N 1 



L 



c 



c 




c 







L 



L 




L 




c 



L 



SED -'Demanding an understanding with the Eastbgrlj, 
City Author! ftgfc. Publications Procurer* 
Office, Berlin 




Aus dem Schuldkonto 
des Schoneberger Senats 



600 000 Meter sollen jahrlich 40 000 000 DM mehr Miete 
zahlen. Die Fahrpreiserhohung schadigt die Werktatigen urn 
jahrlich 20 000 000 DM. 

Preistreiberei und Preiswucher werden nicht unterbunden. 

Die Zerschlagung der KVAB und die Errichtung einer Arme- 
leuteversicherung wird vorbereitet. 

Durch driickende Steuerlasten wird der Mittelstand an den 
Bettelstab gebracht. 

Die GroBkapitalisten erhielten seit 1950 iiber 500 000 000 DM 
Steuergeschenke und streichen riesige Proflte ein. 

Stahlhelm und Faschisten werden vom Senat polizeilich ge- 
schutzt und erhalten jetztauch noch Schulraume. 

SchluB mit der NATO-Politik, deren Kosten die Werktatigen 
bezahlen miissen! 

Schutzt Euch vor der unsozialen Politik des Senats! 

Unterstutzt das Volksbegehren gegen die Mietpreiserhohung! 

Protestiert gegen die Fahrpreiserhohung! 

Erzwingt das Verbot der militaristischen und faschistischen 
Organisationen, die immer frecher auftreten! 

Der Senat muB sich mit dem Magistrat von GroB-Berlin ver- 
standigen. 

Wer sich an der Hetzkundgebung am 17. Juni beteiligt, unter- 
stutzt die volksfeindliche Politik des Senats und schadet sich 
selbst. 

SED 



X-DD261 



L 



a 




<o 




B 




© 




t-t 




g 




8 


£5 


tu 






r~ 


® 


V 


a 


S3 


"-E 




s 




• i« 




i-** 




-O 




3 




Oh 






»v 


• " 





s 


■■-;. 


o 


:-+ 




3 



;hlat - ieae. .. .. ., n *erot 

the £& at and V/ast BerlljiC 



L 






re«n 



J 



Mp mm 

Ebert zum Treffen *J\ 
mil Suhr bereit! 

Uber Fahrpreis und Verkefir spredien! 

Schreiben an Dr. Suhr / MaBnahmen gegen Fahrpreis- 

erhohung sollen ei|5rte*r 

-12- 




Sehr geehrter Herr Dr. Suhr! ',' Vl| 

Aus Berichten der Ihnen nahesteh«ncfen'Presse hab§«i{ih 
entnommen, daB der Senat sich gezwungen sieht, eine 
wesentliche Erhohung der Tarife der BVG in Westberlin 
ab 1. Juli vorzuschlagen. Diese Tarif erhohung bedeutet 
fur die Bevolkerung Westberlins eine soziale Mehr- 
belastung von jahrlich mindestens 20 Millionen DM. 
Unter Bezugnahme auf meine Erklarungen vor der 
Volkskammer der Deutschen Demokratischen Repubhk 
vom 29. Mai 1956 und auf die wiederholten Vorschlage 
von Volksvertretung und Magistrat rege ich eine person- 
liche Besprechung mit Ihnen zur Beratung von MaB- 
nahmen an, die geeignet sind, die Erhohung der Fahr- 
preise der BVG in Westberlin und die damit verbundene 
soziale Belastung der Bevolkerung abzuwenden sowie die 
Verkehrsverbindungen zwischen beiden Teilen der Stadt 
zu erleichtern. 

Ich ware Ihnen dankbar, wenn Sie mir alsbald einen 
Vorschlag iiber Ort und Zeit einer solchen Aussprache 
machen wiirden. Abschrift dieses Briefes habe ich dem 
Prasidenten des Abgeordnetenhauses, Herrn Willi Brandt, 
mit der Bitte um Kenntnisnahme iibersandt. 



Mit vorziiglicher Hochachtung 



Ebert 



X-DD26I 
.4 
.29 






L 




Ebert zum Treffen 
mit Suhr bereit ! 

Uber Fahrpreis und Verkehr sprecheni 

Schreiben an Dr. Suhr / MaBnahmen gegen Fa 

erhohung sollen erorterl werden 

I 

Sehr geehrter Herr Dr. Suhr! 




**-- ~^y| 



_ 



Aus Berichten der Ihnen nahestehenden Presse habe ich 
entnommen, daB der Senat sich gezwungen sieht, eine 
wesentliche Erhohung der Tarife der BVG in Westberlin 
ab 1. Jul! vorzuschlagen. Diese Tariferhohung bedeutet 
fur die Bevolkerung Westberlins eine soziale Mehr- 
belastung von jahrlich mindestens 20 Millionen DM. 
Unter Bezugnahme auf meine Erklarungen vor der 
Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik 
vom 29. Mai 1956 und auf die wiederholten Vorschlage 
von Volksvertretung und Magistrat rege ich eine person- 
liche Besprechung mit Ihnen zur Beratung von MaB- 
nahmen an, die geeignet sind, die Erhohung der Fahr- 
preise der BVG in Westberlin und die damit verbundene 
soziale Belastung der Bevolkerung abzuwenden sowie die 
Verkehrsverbindungen zwischen beiden Teilen der Stadt 
zu erleichtern. 

Ich ware Ihnen dankbar, wenn Sie mir alsbald einen 
Vorschlag uber Ort und Zeit einer solchen Aussprache 
machen wiirden. Abschrift dieses Briefes habe ich dem 
Prasidenten des Abgeordnetenhauses, Herrn Willi Brandt, 
mit der Bitte um Kenntnisnahme iibersandt. 

Mit vorziiglicher Hochachtung 

X-DD261 Ebert 2 
.4 
. 29 





^m:i J ab]ication3Procure me 



Ofti 



:e, 



'dChm 




Berlin 



k 



ill 



"MM°in 



Graf is 




bj 

library of Congress 

Ci r t e a Excliange Division 

Washington 25, D.G. V 



K 



C 



-.-•iter der Hocbscbx 'gogik wird ?/u.. 

dem Then. 

„ £fe Erzkhuag unserer 
kinder in der hvutigen Zejt ." 

Nacr; den rag bitten wir S : - .3 frewl;-- 






- 



i 



L 



c 




£&st German trade union) Gross-Berlin 
Addressing «estberlin labor (protest against £ 
the"abolitlon M of *Smj£1 Health Insurance) 

Arbeiter Westoerlins! 

trom: Publications Procurement 
Office, Berlin 

Es geht um Euer '"Geldl 




\ 



c 



Die Vertreterversammlung der IG Metall irri DGB hat vor einigen 
Tagen energisch gegen die endgiiltige Zerschlagung der KFVAB 
protestiert. Sie forderte den Einsatz aller gewerkschaftlichen Kampf- 
mittel. 

Wir Gewerkschafter iim Osten Berlins begriiBen diesen BeschluB, 
weil audi wir uiber die Entwicklung in Westberlin auBerst beunru- 
higt sind. Aus unserer Verantwortung heraus f iir die Wahrung der 
Interessen der Arbeiter in beiden Teilen unserer Stadt und fur die 
Oberwindung der vorhandenen Gegensatze f uhlen wir uns verpflich- 
tet, den Kampf der Westberliner Gewerkschafter zu unterstiitzen. 

Was ist geplant? 

Einschneidende Verschlechterungen stehen bevor, wenn es den 
Unternehmern und ihren Parteien gelingt, die Reste der ehemals 
einheitlichen VAB audi noch zu zerschlagen. Sie wollen Betriebs- 
krankenkassen und Ersatzkassen haben, sie wollen eine Allgemeine 
Ortskrankenkasse alten Stils fiir die „armen Leute". 

Arbeiter, Gewerkschafter! 

Wehrt Euch dagegen, denn dies Vorhaben bedeutet fiir etwa 1 Mil- 
lion Westberliner Arbeiter, Angestellte und Rentner einen Abbau 
der sozialen Leistungen und eine Erhohung der Beitrage. 

Der Grundsatz der Sozialversicherung, die Solidaritat der Gesunden 
gegeniiber den Kranken, der Arbeitsfahigen gegenuber den Inva- 
liden, Witwen und Waisen, wird aufgegeben, wenn die besten Ver- 
diener eigene Kassen erhalten. Dbrig blieben in der jArcne-Leute- 
Kasse" 500 000 kleine Verdiener und 460 000 Rentner. Also nur die 
Halfte der Mitglieder der AOK wiirde voile Beitrage bezahlen. 

X-DD261 
.4 
29 



10 Nahrans and Oenusa, iross-iJerlia 
s t Ctara&n trr.de unio 
addressing #e3tberlin collea e uas of the butc&ery trails 



L 




Kollegen der Fleischwarenindustrie #/7 




Sjj sind von alien Kolleginnen und Kollegen als vollig undiskutabel 



a 

8 ej Seit dem 1. April dieses Jahres besteht in der Westberliner Fleisch- 
^ TQ industrie ein tarifloser Zustand. 

§ CQ Der Unternebimerverband, an der Spitze Dr. Tinius, weigert sich 
'■S hartnackig, die mehr wie berechtigten Forderungen der Kollegen 

.o anzuerkennen. 

"g • Die Unternehmer treiben bewufit und systematisch eine Ver- 

Ph schleppungstaktik, genau wie in den vergangenen Jahren. 

g S Ihre lacherlichen Angebote, erst 1 Pfennig, dann 5 Pfennig Zulage 

o ^3 

fa Q- einmiitig abgelehnt worden. 

Jetzt ist die Zeit zum Handeln gekommen. 

Die Kollegen der Efha-Werke haben das Beispiel gegeben, als sie 
erklarten: 

„Erst Verhandlungen iiber unsere Lohnf orderungen, dann arbeiten 
wir weiter." 

Das, Kolleginnen und Kollegen, hat gewirkt. Eine solche Sprache 
verslehen die Unternehmer. 

Bei der am Freitag, dem 11. dieses Monats, erfolgten geheimen 
Absthnmung uber den Vorschlag des „Unparteiischen" von der 
Abteilung Arbeit ist derselbe in den Betrieben der Fleischwaren- 
industrie mit 80 bis 100 Prozent Stimmenmehrheit abgelehnt 
worden. 

Die Kollegen bestehen auf der Forderung der Gewerkschaft, 1,77 DM 
die Stunde, aber keinen Pfennig weniger. 

Die Unternehmer konnen zahlent Warum? 

Nach eigenen Angaiben des Unternehmerverbandes hat sich der 
Umsatz von 15 Millionen 1950 auf 60 Millionen 1954 gesteigert, sich 
also vervierfacht. y nr\«r -j 

.A 



c 



c 



v_ 



**.--," 



From: Publications Procure i, 
Office, ' Berliri 



Vorschlag des ZK der SEP an den Panporstaka" j£ S 



jj»>»-" : 




l 



Gemeinsam die Wehrpflicht 
verhindern 

Werte Genossen' 
nahme der Bundesrepublik an militarischen BlodS 

X-DD26I 

.4 

.29 



c 



:■:- 



L 



L 



'.■■. ■- - . . -■■:. .„ ..- i ••/.- '.: ■ ■ 



iiOPADE- Rednerdienst 5 

Sowjetzone 

Der Wirtschattsplan fur 1956 

Am 1 Januar 1956 stand die kommunistische Wirtschaftspolitik am 
Beginn des zweiten Fiinfjahrplanes. Zwar sind nach Ablauf des ersten 
Fiinfjahrplanes bisher keine neuen uber weitere fiinf Jahre aufgestellten 
Planziele bekannt geworden, sie gehen aber aus den Forderungen hervor, 
die fur das Jahr 1956 auf BeschluB des Ministerrates der Zonenregierung 
aufgestellt wurden. 

Eindeutig ist eine Riickkehr zu den Planzielen von 1953 zu erkennen. Wie 
damals werden audi jetzt wieder die schwerindustriellen Kapazitaten auf 
Kosten der Konsumgiiterproduktion bevorzugt. Insgesamt soil lm kom- 
menden Jahr die Bruttoproduktion urn 9 Prozent gesteigert werden. 
Wenn man beriicksichtigt, daB die fur das vergangene Jahr geplante Stei- 
gerung nicht mehr als 5 Prozent vorsah, laBt sich leicht ausmalen, welcne 
politischen und sozialen Wirkungen die Zonenbevolkerung lm kommenden 
Jahr erwarten. 

Die staatlichen Investitionen, die 1955 rund 3 Milliarden DM betrugen, 
sollen um rund 40 Prozent gesteigert werden. Damit werden die Investi- 
tionen eine Hohe von 4,2 Milliarden DM erreichen, was genau der Invest- 
quote von 1953 entspricht. Die damals zur Erreichung dieses Planzieles 
notwendige Einschrankung der Konsumgiiterproduktion fuhrte zur Un- 
zufriedenheit vor dem 17. Juni 1953. 

Die jetzt erneut beabsichtigte Einschrankung der Konsumgiiterproduk- 
tion ergibt sich aus einer Zahlengegenuberstellung: Wahrend der 
Maschinenbau auf 287 Prozent und die Schwerindustne auf 148 Prozent 
ausgeweitet werden soil, ist fur die Lebensmittelindustrie nur erne fcr- 
hohung um 106 Prozent vorgesehen. Wie Ulbricht auf dem 25 Plenum 
des Zentralkomitees der SED ausfiihrte, sollen Investitionen fur neue 
Vorhaben auf dem Gebiet der Kultur und des Gesundheitswesens, fur das 
Ferienwesen des FDGB u. a. ganz gestrichen sein, um Vorhaben auf dem 
Sektor der Schwerindustrie durchfiihren zu konnen. 
Derselbe Betrag wie fur die Investitionen ist fur die Subventionierung 
des AuBenhandels vorgesehen; die Zonenwirtschaft braucht Devisen, um 
die Einfuhr von Rohstoffen bezahlen zu konnen. Hinzu kommen die 
Kosten fur die Aufriistung, die fur die kleinere Sowjetzone mit 10 Milliar- 
den DM angegeben werden und die ebenfalls durch die Zonenwirtschaft 
aufgebracht werden mussen. 

Die Methoden, mit welchen Ulbricht diese Forderungen durchsetzen will, 
sind dieselben wie sie bereits in der Vergangenheit angewandt wurden: 
Das Sparsamkeitsprinzip, die Anwendung des Normenpnnzips und damit 
des Lohns als Leistungspeitsche. Die Steigerung der Arbeitsproduktivitat 
gehort genauso dazu wie die dadurch angestrebte Senkung der Selbst- 
kosten der Betriebe. Aber audi die Fachministerien schatzen die Moghch- 
keiten zur Erreichung dieser Planziele ohne soziales und wirtschafthches 
Durcheinander nur gering ein. Ulbricht muBte auf der 25. ZK-Tagung die 
Ministerien riigen, weil sie mit ihren Planziffern hinter den von der 
Partei aufgestellten Kontrollziffern um 10 bis 20 Prozent zuruckbheben. 






Hb 



.4 

SOPADE- Rednerdienst 

Bundesregierung 

Politische Wandelbarkeit 

Die Angelegenheit der Bundesminister Kraft und Oberlander laBt poli- 
tische Wandlungen in vielerlei Hinsicht erkennen. 

Schon die Berufung des ehemaligen SA-Hauptsturmfuhrers Dr. Theodor 
Oberlander und des ehemaligen SS-Hauptsturmfuhrers Waldemar Kraft 
durch den alten Nazigegner Dr. Adenauer in seine Regierung versetzte 
die politische Welt in Staunen. Ebenso unverstandlich erschien es, daB 
Oberlander es sich leisten konnte, eine Reihe seiner alten Nazifreunde auf 
fuhrende Posten in das Bundesvertriebenenministerium nachzuziehen. 
Man nahm an, Adenauer und die CDU schlucken das alles nur deshalb, 
um durch den BHE die Dreiviertelmehrheit im Bundestag zu erlangen. 
Durch den Austritt der beiden Minister aus dem BHE und den Ubergang 
der Vertriebenenpartei zur Opposition ist jedoch dieses . Argument ent- 
f alien. Dr. Adenauer hat das Rucktrittsgesuch Oberlanders und Krafts 
trotzdem nicht genehmigt. 

Diese Handlungsweise des Kanzlers ist uberdies undemokratisch. Zwar 
werden nach Artikel 64 des Grundgesetzes die Bundesminister auf Vor- 
schlag des Bundeskanzlers vom Bundesprasidenten ernannt und entlassen, 
doch bedeutet das keine Ermachtigung fur den Bundeskanzler, die Grund- 
regeln der parlamentarischen Demokratie auBer Kraft zu setzen und nach 
der Regierungsbildung ohne Rucksicht auf die Parteien die Zusammen- 
setzung der Bundesregierung nach eigenem Ermessen zu bestimmen. 
Und die beiden umstrittenen Minister? 

Oberlander: Einst Landwirtschaftsexperte fur die Ostexpansion 
Hitlers, Mitglied der NSDAP seit 1933 und SA-Hauptsturmfuhrer, macht 
seit 1945 schon die dritte parteipolitische Mauserung durch. Er wurde zu- 
nachst Mitglied der FDP. Als er in dem von Kraft inzwischen aufgezo- 
genen BHE seine Chance erblickte, wechselte er schnell zu diesem hiniiber. 
Das Amt des Staatssekretars fur Vertriebenenfragen in der Bayeri- 
schen Staatsregierung und hernach des Bundes-Vertriebenenministers 
waren die lohneriden Pfriinde dieser Wandlung. Sein Austritt aus dem 
BHE, als sich dort Schwierigkeiten ergaben, und das Hiniiberwechseln als 
Hospitant zur CDU-Fraktion als letzte politische Wandlung wurde schlieB- 
lich mit dem Verbleiben auf dem Ministersessel belohnt. 
Kraft: Durch demagogische soziale und nationals Parolen schob sich 
der arbeitslose Stempelbruder aus Ratzeburg und ehemalige Geschafts- 
fiihrer der Deutschen Bauerngenossenschaft in Posen vor fiinf Jahren in 
den Vordergrund und wurde von den Vertriebenen an die politische Ober- 
flache getragen. Noch im Bundestagswahlkampf 1953 verfocht Kraft seine 
Thesen im Zeichen der Farben schwarz-weiB-rot. Als Bundesminister 
vergaB er schnell seine Aufgabe, Verbindungsmann zur BHE-Fraktion 
zu sein, wie es ihm nichts ausmachte, gegen die allgemeine Auffassung 
der Vertriebenen und seiner Partei mit Adenauer dem Saarstatut zuzu- 
stimmen (das gleiche tat Oberlander). Und als ihm Widerstand entgegen- 
gesetzt wurde, verlieB Kraft nicht nur die von ihm gegriindete Partei, 
sondern ist sogar eifrig dabei, ihre Existenz zu untergraben, um sich eine 
neue politische Basis zu verschaffen. 1/56 





i. 



c 



XDD261 W§ I 

SOPADE- Rednerdienst \A/ 

„Wirtschaftswunder" 

Die Wirklichkeit i n der sozialen Marktwirtschaft 

Die These von der sozialen Marktwirtschaft in der Bundes- 
republik wird erschuttert, wenn man die Verwendung des Sozialproduktes 
ermittelt und diese Entwicklung verfolgt. Es erweist sich, da8 der private 
und der Staatsverbrauch standig zuriickgehen, die Investitionen aber 

anwachsen: . ,._. 

1953 1954 1955 

inMrd.DM %> inMrd.DM °/o inMrd.DM °/o 

Brutto-Sozialprodukt 134,3 145,5 163,0 

davon: 
Privater Verbrauch 
Staatsverbrauch 
Investitionen 
Aufienbeitrag 

Ein Vergleich mit dem Jahre 1936 zeigt iiberdies, daB der private Ver- 
brauch damals im Verhaltnis zum Staatsverbrauch und zu den Investitio- 
nen noch wesentlich hoher war, und zwar: Bruttosozialprodukt 1936 ms- 
gesamt 47 928 Millionen RM. Davon privater Verbrauch 28 986 Mill. (60,5 /■>), 
Staatsverbrauch 9970 Mill. (20,7.°/o), Investitionen 8972 Mill. RM (18,8 V.). 
Einen noch schwereren StoB erhalt die These von der sozialen Marktwirt- 
schaft, wenn man die Verwendung des Sozialproduktes mit anderen Lan- 
dern vergleicht. Fur das Jahr 1954 ergibt diese Gegenuberstellung 

folgendes Bild: «..*,. u 

& Offenthche 

Privater und private Staats- 

verbrauch Brutto- verbrauch 

investitionen 
in v. H. d. Bruttosozialproduktes zu Marktpreisen 



75,7 


56,4 


81,7 


56,2 


90,6 


55,6 


22,4 


16,7 


24,0 


16,5 


26,3 


16,1 


32,0 


23,8 


35,6 


24,4 


43,1 


26,4 


4,2 


3,1 


4,2 


2,9 


3,0 


1,9 



USA 64,7 

Kanada 65,1 

Belgien 70,9 

Danemark 70,4 

Frankreich 69,0 

Groflbritannien 66,2 

Italien ™,7 

Niederlande 58 .1 

Norwegen 61,6 

Schweden 63,0 
Bundesrepublik Deutschland 



15,8 
20,5 
15,1 
18,9 
14,9 
14,9 
19,8 
24,8 
30,4 
20,0 
24,4 



19,0 
15,3 
13,5 
12,5 
15,0 
17,7 
11,4 
15,9 
13.2 
17,0 
16,5 



Wahrend also die Bundesrepublik im privaten Verbrauch, der ja fur das 
Wohlergehen der Bevdlkerung der eigentliche Gradmesser ist, an letzter 
Stelle liegt, nimmt sie bei den Investitionen den 3. Platz und beim Staats- 
verbrauch den 4. Platz ein. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daB West- 
deutschland im Jahre 1954 noch keine eigenen Streitkrafte hatte, die Aus- 
gaben fur militarische Zwecke (Besatzungskosten) also noch verhaltnis- 
maBig gering waren. 




c 



L 



C 



'*ft 



SOPADE-Rednerdienst \M 

Vertriebene und Fliiciitlinge 

Schwerer Stand der Vertriebenenbelriebe 

Die Schaffung selbstandiger Existenzen unter den Vertriebenen blieb 
weit hinter dem Stand vor der Vertreibung zuriick. Wahrend der Anteil 
der Selbstandigen unter den Erwerbspersonen der Vertriebenen vor der 
Vertreibung 15,8 % betrug, belief er sich nach der letzten Erhebung am 
1. 1. 1955 auf 7,2 %>, und zwar zusammen mit den Zugewanderten aus der 
Sowjetzone. Dabei handelt es sich zumeist um kleine Handwerksbetriebe. 
Von insgesamt 62 625 Vertriebenen- und Fliichtlingsbetrieben am 1. 1. 1955 
waren nur 4971 (2867 Vertriebenen- und 2104 Fliichtlings- bzw. Zu- 
gewandertenbetriebe) mit 10 und mehr Beschaftigten. 
In folgenden Zweigen der Industrie sind die Vertriebenen- bzw. Zu- 
gewandertenbetriebe am starksten vertreten: 

.. . ... . Betriebe Beschaftigte 

Hauptbeteiligte Vertrieb. Zugewa. Vertrieb. Zugewa. 

Industnegruppen Betriebe Betriebe Betriebe Betriebe 

TextiUndustrie 599 379 46 278 32 548 

Bekleidungsindustrie 426 389 27156 23 136 

Industrie d. Steine und Erden 241 74 7 376 2 701 

Glasindustrie 193 84 10 697 7 189 

Holzverarbeitende Industrie 168 76 8 427 2 746 

Maschinenbau 140 174 10 367 30 942 

Elektrotechnische Industrie 83 147 6 745 27 281 

Chem. Industr. (einschl. Ch-Faser) 74 106 2 433 6 776 

Papierverarbeitende Industrie 69 62 3 046 4 032 

Druckereien u. Vervielfaltigungsind. 59 45 2 592 2 473 

Kunststoffverarbeitende Industrie 43 36 2 706 1877 

Lederverarbei'tende Industrie 82 33 3 490 1 368 

Siifiwarenindustrie 42 19 2 634 1329 

Bedenklich fur die kunftige Entwicklung eines groBen Teils der Ver- 
triebenen- bzw. Fluchtlingsbetriebe ist ihre ungunstige Kapitalstruktur. 
Diese Unternehmen waren gezwungen, ihren Aufbau vorwiegend auf 
Kreditmittel zu stiitzen. Im Sommer 1955, also in der Zeit der wirtschaft- 
lichen Hochkonjunktur, waren von 2155 mit offentlichen Mitteln gefor- 
derten Vertriebenenbetrieben 294, das ist fast ein Siebentel, sanierungs- 
bediirftig. 

Wie gering das Eigenkapital der Vertriebenenbetriebe ist, dafiir ein Ver- 
gleich aus der TextiUndustrie: Bei den Vertriebenenbetrieben dieses 
Industriezweiges betrug das Eigenkapital im Jahr 1953 nur 17,3 %> der 
Bilanzsumme, bei den einheimischen Textilgeschaften jedoch 52,8 %>. 
Da die Vertriebenenbetriebe wegen ihrer geringen GroBe meist keine 
ausreichenden Sicherheiten fur Kredite geben konnen, ist ihnen der Weg 
zum Kapitalmarkt in der Regel versperrt. Sie sind daher liberwiegend 
auf die teuren kurzfristigen Kredite angewiesen. Aber auch die lang- 
fristigen Anleihen werden zumeist nur fiir eine begrenzte Zeit gegeben. 
Untersuchungen des Bundeswirtschaftsministeriums haben ergeben, daB 
nach dem Stand von 1953 innerhalb der nachsten fiinf Jahre von den Ver- 
triebenenunternehmen der Gablonzer Glasindustrie 50 "In, der leder- 
verarbeitenden Industrie 55 °/o der „langfristigen" Gelder zuriickzuzahlen 

Sind - 1/56 



L 



L 



SOPADE- Rednerdienst \M 

Vertriebene und Fliichtlinge 

Unzuldngliche Eingliederung 

Am Tage der Volkszahlung im Jahre 1950 lebten im Bundesgebiet 
7 989 600 Heimatvertriebene. Ihre Zahl diirftebis Ende 1955 auf 8,7 Mil^- 
lionen angestiegen sein. Hinzu kommen 2,5 Millionen Fliichtlinge aus der 
Sowjetzone. Zusammen sind das iiber 11 Millionen Menschen, die seit 
1945 nach Westdeutschland eingestromt sind. 

Diese Heimatlosen haben sich entgegen der allgemeinen Auffassung der 
ersten Zeit als ein sehr wertvoller Faktor im wirtschaftlichen Aufstieg der 
Bundesrepublik erwiesen. Sie waren in den ersten Jahren des Aufbaus 
die billigsten und willigsten Arbeiter, die Arbeitslosigkeit war unter 
ihnen immer viel groBer als bei der einheimischen Bevolkerung. Wahrend 
die Vertriebenen am Tage der Volkszahlung 17 %> der Bevolkerung aus- 
machten, betrug ihr Anteil an der Arbeitslosigkeit 33,4 %>. Am 31. August 
1955 war der Anteil der Vertriebenen an der allgemeinen Arbeitslosigkeit 
auf 24,3 °/o zuriickgegangen. In Betracht zu Ziehen ist aber, dafi nur etwa 
35 °/o der Vertriebenen wieder in ihren alten Beruf en beschaftigt sind. 
Am schlimmsten stellt sich die Lage der vertriebenen Landwirte dar. 
Von 362 000 ehemals selbstandigen Bauern konnten bis zum 30. 6. 1955 
nur rund 72 000 angesiedelt werden, davon fast zwei Drittel nur auf 
kleinen Nebenerwerbsstellen unter 2 ha. 

In den einzelnen Landern sieht das Siedlungsergebnis fur die Zeit von 
Anfang 1949 bis zum 30. 6. 1955 folgendermaBen aus: 

Stellen davon bis 2 ha Prozent Gesamtflache 

Anzahl ' 



Baden-Wiirttemberg 


8 502 


6123 


72 


23 707 


Bayern 


8 961 


2 325 


25,9 


81472 


Berlin-West 


26 


14 


53,9 


102 


Bremen 


390 


339 


86,9 


989 


Hamburg 


207 


151 


72,9 


967 


Hessen 


6 164 


3 806 


61,7 


29 250 


Niedersachsen 


19 342 


12 207 


63,1 


112 762 


Nordrhein-Westfalen 


8 237 


5 488 


66,6 


37 349 


Rheinland-Pfalz 


2 344 


682 


29,1 


18 658 


Schleswig-Holstein 


9 122 


6 060 


66,4 


57 314 



63 395 



37195 



362 570 



Dazu kommen noch 8 624 Stellen aus der Zeit vor 1949. 
Die Zahl der Stellen mit iiber 10 ha, die also eine voile Ackernahrung fur 
einen Familienbetrieb darstellen, betragt nur 14 500 oder 4°/o der ver- 
triebenen Bauern. 

Auf keinem anderen Gebiet sind biirokratische Unfahigkeit, Gleichgiiltig- 
keit, Egoismus und agitatorische Unehrlichkeit so kraB in Erscheinung 
getreten wie bei der Eingliederung der vertriebenen Bauern. Wertvolle 
Krafte sind bereits in groBer Zahl ausgewandert. Dennoch gibt es in der 
Bundesrepublik noch iiber 150 000 siedlungswillige Bauern. Sie werden 
nur sinnvoll eingegliedert werden konnen, wenn in der bisherigen Sied- 
lungspraxis eine grundlegende Wandlung eintritt. 1/56 



> 



c 



;■ 



L 



(_ 



•261 
.4 

SOPADE-Rednerdienst £. 

Steuern 

Ungerechte Steuerpolitik 

Die Einkommen der Unternehmer und Selbstandigen werden in der west- 
deutschen BundesrepubUk aus Grunden des Wiederaufbaus unter ruck- 
sichtsloser Ausnutzung der Mehrheitsverhaltnisse im Bundestag kiinstlich 
uberhoht bei gleichzeitiger Niedrighaltung der Masseneinkommen. Das 
geschieht durch eine einseitige Steuerpolitik. Hohe steuerliche Belastung 
der breiten Volksschichten durch indirekte Steuern, dagegen verhaltnis- 
maBig niedrige direkte Steuern auf das Vermogen und Einkommen. Hinzu 
kommen die gesetzlichen ForderungsmaBnahmen zur „Selbstfinanzierung" 
der Unternehmen, u. a. die Steuerbegiinstigungen fur „nicht entnommene 
Gewinne". Das Ergebnis ist eine derart iibersteigerte Investitionstatigkeit, 
daB dadurch eine Stoning der normalen wirtschaftlichen Entwicklung 
droht. (Siehe unter „Steuer" in 111/55, VIII/55 und IX/55, sowie „Seit 1948 
uber 5 Milliarden DM investiert" unter „Stahlindustrie" in 1/56 und 
„Fassade im diisteren Hintergrund" unter „Wirtschaftswunder" in 1/56.) 

Die ungerechte Verteilung der Steuerlast in der BundesrepubUk tritt 
besonders bei einem Vergleich mit anderen Staaten hervor. Das prozen- 
tuale Verhaltnis der Einkommen- und Vermogenssteuer auf der einen, 
sowie der Steuern auf die Einkommensverwendung (einschlieBlich indirekte 
Steuern) und der Zolle auf der anderen Seite gegenuber dem gesamten 
Steuer- und Zollaufkommen stellte sich in den einzelnen Landern im 
Jahre 1954 wie folgt dar: 

Staat Einkommen- und .. s ^uern auf 

Ve^genssteuer *^S™^ 

in Prozent des gesamten Aufkommens 

BundesrepubUk 

Italien 

Norwegen 

Frankreich 

Danemark 

Belgien 

Schweden 

Niederlande 

Schweiz 

Kanada 

GroBbritannien 

USA 

Im Haushalt 1955/56 wird sich in der BundesrepubUk dieses Verhalt- 
nis noch weiter zuungunsten der Verbraucher verschieben. Allein nach 
dem Haushaltsvoranschlag wird der Anteil der Steuern auf die Ein- 
kommensverwendung auf 63,3% ansteigen, das Aufkommen der Ver- 
mogen- und Einkommenssteuer aber auf 30,1 °/o zuriickgehen. Da aber in 
diesem Jahr ein betrachtliches Mehraufkommen der Steuereingange zu 
erwarten ist, muB mit einer noch groBeren Verschiebung gerechnet werden. 

1/56 



33,0 


60,6 


6,4 


29,6 


64,0 . 


6,4 


34,7 


57,1 


8,2 


39,0 


58,7 


2,3 


45,1 


50,4 


4,5 


52,0 


42,1 


5,9 


57,7 


36,9 


5,4 


59,2 


32,1 


8,7 


36,6 


31,7 


31,7 


61,3 


28,2 


10,5 


56,6 


18,9 


24,5 


84,0 


15,0 


1,0 



c 



c 



SOPADE- Rednerdienst . 4 

Altersrente von 75 Prozent des Einkommens 



R 

Renten 



Als vordringlichste Aufgabe auf dem Wege zu einer Sozialreform in der 
westdeutschen Bundesrepublik wurde auf dem KongreB der SPD in Koln 
am 14./15. Januar 1956 eine Altersrente von 75 % des Einkommens nach 
Beendigung eines normalen Arbeitslebens herausgestellt. Diese Forderung 
ist audi im Aktionsprogramm des DGB und im DAG-Plan enthalten und 
wird ebenso von den Verbanden der Kriegsgeschadigten und Rentner 
erhoben. Die SPD wird diese Forderung in Form eines Gesetzentwurfes 
in den Bundestag einbringen und dafiir sorgen, dafi sie nicht mehr aus 
der politischen Diskussion verschwindet, bis sie fur alle arbeitenden Men- 
schen verwirklicht ist. 
Fur die Berechnung der Altersrente sollen folgende Grundsatze gelten: 

1. Die Altersrente muB in einem angemessenen Verhaltnis zum bis- 
herigen Arbeitsverdienst des Menschen stehen, der ein Leben lang 
Beitrage hierfiir gezahlt hat. 

2. Beitragsliicken fur die Jahre des 1. und 2. Weltkrieges, des Mili- 
tardienstes, von Arbeitslosigkeit und Krankheit sowie fur die In- 
flations] ahre sollen durch Neuregelung aufgefiillt werden. 

3. Sicherung der Kauf kraft der Rentner durch ihre automatische An- 
passung an die Lohn- und Gehaltsentwicklung. 

Die von gewissen Kreisen, insbesondere audi vom Bundeswirtschafts- 
und Bundesfinanzministerium angestrebte Forderung der Weiterarbeit 
bis zum 70. Lebensjahr durch Gewahrung hohererLeistungen ist als Ver- 
such, die Altersgrenze auf kaltem Wege von 65 auf 70 Jahre heraufzu- 
setzen, abzulehnen. Bei Frauen wird die SPD die Herabsetzung der 
Altersgrenze auf 60 Jahre fordern. Es ist erwiesen, daB sowohl in der 
Invaliden- als audi in der Angestelltenversicherung rund 85 % der 
Frauen vor Erreichung der Altersgrenze invalide sind. Ebenso muB die 
Altersgrenze fur Bergleute auf 60 Jahre herabgesetzt werden. Nach Fest- 
stellung der Ruhrknappschaftsversicherung sind Bergleute im Durch- 
schnitt schon nach 55 Jahren arbeitsunfahig. 

Des weiteren fordert die SPD die Angleichung der sozialen Sicherung der 
Witwen und Waisen von Arbeitern und Angestellten an die Hinter- 
bliebenensicherung der Beamten, und zwar: 

1. Gleiche Rentengewahrung an alle Witwen, sowohl von Arbeitern 
als audi von Angestellten. 

2. Die Renten von Arbeiter- und Angestelltenwitwen miissen ebenso 
wie bei Beamtenwitwen auf 60 % des vom Manne erworbenen 
Leistungsanspruches festgesetzt werden. 

3. An Waisen von Arbeitern und Angestellten muB bei Schul- oder 
Berufsausbildung die Waisrenrenten iiber das 18. Lebensjahr hin- 

■ aus bis zum 24. Lebensjahr gewahrt werden. 

(Siehe audi „Rentenerhohung moglich" in 1/56). 

1/56 





c 



SOPADE- Rednerdienst 

St 

Stahlindustrie 

Slahlproduktion 1955 bereiis 21,4 Millionen Tonnen 

mehr und mehr gelockert Sr frZ ^ ag A e *""*<*>■ die Fesseln jedoch 
in der ^SSSSS^^S^- \T £**%*** Stahlproduktion 
1949 niemand fur moglS g klta hStT. /oia *° ^ Jahren 1945 bis 
Stahl produziert, 1950 118 1951 Si iq^H 4 ^ rden 9 MiU - Tonnen 
1955 21,4 Mill. Tonnen " 952 15,3 ' 1953 14 >9, 19 ™ ",4 und 

duktionsziffern auf: " en Wlesen m den letzten Jahren folgende Pro- 

Gesellschaft Aktienkapital Rohstahlerzeugung 

in Mill. DM ln 100 ° Tonnen 



Dortmund-Horder 
Hiittenunion 

Phoenix-Rheinrohr AG 

Hiittenwerk Rheinhausen 

Klockner-Werke AG 

Mannesmann-Hiittenwerke AG 
Westfalenhutte AG 
Hiitte Oberhausen AG 
August-Thyssen-Hutte AG 
Bochumer Verein AG 
Ilsede-Peine AG 
Salzgitter AG 



"53/54 1954/55 



184 


1960 


2529 


207 


1815 


2216 


70 


1460 


1795 


210 !) 


1270 


1610 


140 


1272 


1530 


225 


1340 


1510 


104 


1172 


1484 


115 


869 


1300 


69 


820 


1070 


200 


640 


764 


210 


182 


571 



12 800 16 379 

ss&s^^gx^* den eif <*"*»***»m ^ 

^dS^«*W der Metallindustrie 
Vermehrung der geleisteter If h«, : + ?? ^ der Bes *aftigten um 12,8%, 

wurden ta der Metallinduswrir™ » ■ h '"'„?" ers,en Halbjahp 1955 
der Bundesrepublik von rand 43 V." ntpriS? "" geSa "" e " Industri ' ! 






1/56 





c 



161. -W _ 

SOPADE-Rednerdienst . I™ 

Gewerksdiaften 

Einheitsgewerkschoften auf Befehl der Besatzungsmachte 

Die Agitation der sogenannten „Christlichen Gewerkschaftsbewegung" 
beruft s A hnmer wieder darauf, daB die einheitliche Gewerkschafts- 
beweeunTin der Bundesrepublik auf einem Diktat der Besatzungsmachte 
beSe Am 16 August 194 5 P hatten Erzbischof Lorenz Jager von Paderborn 
und Bischof Wilhelm Berning von Osnabruck den Chef der Britischen 
Kontrollkommission, General Templer, aufgesucht ™, d .™Vr uber- 
Wiederzulassung der zwangsweise in die ..Deutsche Arbeitsfront uber 
gefuhrten christlichen Gewerkschaften verlangt. 

Daraufhin sei den Bischofen eine Erklarung verlesen worden, die im 
wesentlichen besagte, - „ Q „ rOT v 

daB es ein gemeinsamer BeschluB der Alliierten sei, die Emheitsgewerk- 

slaft zu ultostiitzen, um fur die Zukunft das Wiederaufleben faschi- 

stischer Stromungen in Deutschland zu verhindern . 
In einer Erklarung, die von den beiden Bischofen sieben Jahre spater 
abgegeben wurde.?egen sie diese Zusage der Besa zungsmacWe d^ ^ 

SeTe^ 

es damals schon zur Wiederbegriindung „christhcher" Gewerkschaften 

In^lTr^nTwiderspruch hierzu steht eine Veroffentlicbung der Britischen 
Kontronkommission, die zwei Tage vor besagtem Besuch der beiden 
Bischofe erfolgte: ^ ^ ^.^ di F vorzuschreiben 

unter der skh die Gewerkschaften in Deutschland bilden sollen- ■ J* e 
AUUerten Behorden werden dafiir sorgen, daB die deutsche Arbeitnehmer- 
SSSf MogScK bekommt, ihren Willen zu bekunden. Der Organi- 
satfon iedoch we^stark sie audi immer sein oder werden mag wds 
S gestattet sein, kleineren Gruppen zu verwehren, sich selbst nach 
ihrem eigenen Weg zu organisieren." 
rpffp . die Behauptung der Bischof e, die Besatzungsmachte hatten die 

eieene Richtungsgewerkschaft" aufzuziehen, hatten ihnen die Massen 
SS vnr" 1933 gewerkschaftlich organisierten Christen aus christhcher 
^%e£SJZm*eine GefolgB^t f hr zu leisten^ verm oJVwg 

glsSwlTbT^^^^^ 

FalsAenSlung vor 1933 nicht zu wiederholen und - ebenso wie die 
Irbeitgeblr - eine iiberweltanschauliche und iiberkonfessionelle d h 
to mnbS auf die soziale und wirtschaftliche ^'^^H^ 
praktischen Gestaltungsfragen neutrale und tolerante Gewerkscnalts 
bewegung aufzubauen." ^ 56 




c 



L 



SOPADE-Rednerdienst A'UU/LUl ■> 

4 

Renten 

Renlenerhohung moglich 

Bei Durchfiihrung der von der Sozialdemokratie geforderten Erhohung 
der Altersrenten auf 75 %> des Arbeitseinkommens (siehe „Altersrente 
von 75 °/o des Einkommens" unter „Renten" in 1/56) wiirde sich der bis- 
herige jahrliche Gesamtaufwand fur die Rentenleistungen von 7 Mil- 
liar den auf 11 Milliarden DM erhohen. Die Finanzierung dieses Renten- 
aufwandes muBte wie folgt erfolgen: 6,6 Milliarden DM durdi Versiche- 
rungsbeitrage einschliefilich Erstattungsanspriiche und 4,4 Milliarden DM 
durch Bundesanteil. 

Die Aufbringung der 6,6 Milliarden DM aus Versicherungsbeitragen ist 
durchaus moglich. Das Jahresaufkommen der Trager der Rentenversiche- 
rung betragt gegenwartig nach Absetzung der Aufwendungen fur Heil- 
verfahren, Rentenkrankenversicherung und VerwaltungsKosten min- 
destens 6 2 Milliarden DM. Hiervon wurden bis jetzt 2 Milliarden DM 
jahrlich d'em Vermogen zugefiihrt, das Ende 1955 auf etwa 8 Milliarden 
DM angewachsen ist. Dieses Vermogen wird unter Hmweis auf das 
sogenannte Anwartschaftsdeckungsverfahren gehortet. Die Ansammlung 
eines Deckungsvermogens aber ist volkswirtschaftlich unsinnig. Die bisher 
dafur verwandten 2 Milliarden DM jahrlich stehen somit fur die Finan- 
zierung von Leistungserhohungen zur Verfiigung. Die noch fehlenden 
400 Millionen sollten durch Ubertragung eines Beitragsanteils von der 
Arbeitslosen- auf die Rentenversicherung erzielt werden, was als Aus- 
gleich fiir die Uberbriickung von Zeiten der Arbeitslosigkeit durchaus 
vertretbar ist. 

Der Bundeszuschufl zu den Rentenleistungen betragt gegenwartig 2,8 Mil- 
liarden DM jahrlich, er muBte also um 1,6 Milliarden erhoht werden. 
Eine solche Erhohung ware durchaus gerechtfertigt. Denn der Antral der 
Sozialausgaben an den Gesamtausgaben des Bundes ist seit 1950 standig 
gesunken. Im Jahre 1950 betrugen die Sozialausgaben 37,09 v. H. der 
Bundesausgaben, nach dem Haushaltplan fiir 1956 aber nur 26 ,3 v.H. Die 
Erhohung der Bundesmittel zur sozialen Sicherung um 1,6 Milliarden DM 
wurde diesen Anteil auf 31,6 v. H. erhohen. Der Bundesanteil fur Sozial- 
ausgaben an den Gesamtausgaben wiirde damit noch wesentlich unter 
dem Anteil in den Jahren 1950 und 1951 liegen und nicht hoher als der 
der Jahre 1952 und 1953 sein. 

In jedem Fall konnen die benotigten 1,6 Milliarden DM aus Bundesmitteln 
fur die umfassende soziale Sicherung der Alten bereitgestellt werden. 
Audi werden sich bei einer erhohten Rentenleistung Ersparnisse bei an- 
deren Sozialausgaben als audi Mehreinnahmen bei der Steuer ergeben. 
Im ubrigen muB darauf hingewiesen werden, da!3 das kleine und wirt- 
schaftlich weitaus schwachere Osterreich eine vorbildliche Alterssicherung 
mit Wirkung vom 1. Januar 1956 in Kraft gesetzt hat. Was dort moglich 
war, sollte in der Bundesrepublik nicht als Utopie bezeichnet werden. 

1/56 




L 



c 



si #75 

SOP AD E- Rednerdienst & 



Bundesregierung 

Verhongnisvolle Entwicklung 

Die Versprechungen der Bundesregierung und die Wirklichkeit klaffen 
immer weiter auseinander: 

1. In der Regierungserklarung (20. 10. 1953) versprach Dr. Adenauer eine 
„Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Rentner, Invaliden 
Waisen und Hinterbliebenen durch eine weitere Erhohung des Sozial- 
produktes und durch eine umfassende Sozialreform". Seitdem sind iiber 
zwei Jahre vergangen. Nichts ist geschehen. Jetzt redet die Bundes- 
regierung zwar von der Sozjalreform. (Wegen der naherruckenden 
Wahlen und des Drangens der SPD.) Aber eine umfassende Sozial- 
reform ist m diesem Bundestag nicht mehr durchfuhrbar. ( Sozial- 
reform" VI/55 IX/55, XI/55, „Sozialpolitik" 111/55 sowie „Renten" 
1/55, VI/55, IX/55.) 

2. In derselben Regierungserklarung hat der Bundeskanzler eine Steuer- 
reform nut Minderung der Steuerlasten versprochen. Audi dieses Ver- 
sprechen wurde nicht eingehalten. Eine spurbare Steuerermafiigung 
ist nur bei den hohen Einkommen eingetreten, die breiten Schichten 
der Bevolkerung aber wurden mit Wegfall der Ziindholzsteuer und 
Senkung der Zuckersteuer abgespeist. (Siehe „Steuer" 111/55, VIII/55, 
IX/55, XI/55.) 

3. Die Bundesregierung hat versprochen, den Aufbau der Streitkrafte 
sorgfaltig vorzubereiten und langsam vorzunehmen. Das NATO-Pro- 
gramm sieht hierfiir drei Jahre vor. Stattdessen wird die Aufriistung 
im Hetztempo durchgefuhrt. 

4. Die Bundesregierung hat versprochen, den Bundesgrenzschutz nicht in 
die Streitkrafte zu ubernehn^n. Nunmehr soil der Grenzschutz den 

• Grundstock der neuen Streitkrat^ bilden. 

5. Bei Bildung der Regierungskoalitiorr, (1953) versprach die CDU/CSU 
den Koalitionsparteien ein Wahlgesetz, das ihnen Mandate entsprechend 
lhrer Stimmenzahl sichern sollte. Heuj;e versucht die CDU/CSU durch 
das sogenannte Grabensystem und andere Manipulationen die kleinen 
Parteien auszuschalten, um so ihre Vorherrschaft zu sichern. 

6. Bei der Beratung des gesamtdeutschen Wahlgesetzes (Februar 1952) 
hat die CDU/CSU fur das Verhaltniswahlrecht gestimmt. Das „Graben- 
system" aber widerspricht dem Verhaltniswahlrecht. 

An diesen wenigen Punkten ist zu erkennen, wie unglaubwiirdig die Bun- 
desregierung und insbesondere die Partei des Bundeskanzlers geworden 
sind. Und zwar nicht nur auf innenpolitischem, sondern auch auf auBen- 
politischem Gebiet. Fur die Freiheit und die Demokratie ist eine solche 
Entwicklung geradezu verhangnisvoll. 

1/56 




c 






c 



SOPADE- Rednerdienst 




Schule 



Papst Leo XIII anerkannte Christliche Gemeinschaftsschule 

In der Auseinandersetzung urn das Schulwesen wird von katholischer 
kirchlicher Seite automatisch die Forderung nach Anerkennung des 
(„gottgewollten") Elternrechtes gleichgesetzt mit der Forderung nach der 
Konfessionalisierung des Volksschulwesens. Dabei wird der Eindruck 
erweckt, es sei fur katholische Glaubige eine Sunde, fiir die gemeinsame 
Erziehung von Kindern verschiedener Konfession in einer Christlichen 
Gemeinschaftsschule einzutreten. Fiir das Hohere Schulwesen und die 
Universitaten wird die Konfessionalisierung in Deutschland seit dem Ende 
des vorigen Jahrhunderts nicht mehr gefordert; wohl aber in Landern 
mit rein katholischer Bevolkerung. 

Schon aus diesem Wechsel in den Anschauungen liber das, was das „gott- 
gewollte" Elternrecht zum Inhalt hat, ergibt sich, daB hier kein Dogma 
zur Entscheidung steht, das man nur glauben oder nicht glauben kann. 
Es handelt sich vielmehr um eine Entscheidung daruber, was zweckmaBig 
ist. Das ergibt sich daraus, daB die Bischofe nach katholischem Kirchen- 
recht (Corpus Iuris Canonici, Can. 1374) den Besuch nichtkatholischer 
Volksschulen gestatten konnen. Dagegen konnen auch Bischofe oder der 
Papst natiirlich keinem Menschen erlauben, eine Sunde zu begehen. 
In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts kam es in den USA zu einer 
ahnlichen Auseinandersetzung um das Volksschulwesen, wie wir sie in 
der Bundesrepublik nun seit Jahren erleben. Die Konferenz der katho- 
lischen Bischofe Amerikas hatte sich entschlossen, die Glaubigen zum 
Schulstreik aufzurufen, um ihre Forderung auf Errichtung katholischer 
Volksschulen durchzusetzen. Die Regierung und der uberwiegende Teil 
der Bevolkerung der USA sah in der Konfessionalisierung der Schulen 
eine Gefahrdung des amerikanischen Grundsatzes der Trennung von 
Staat und Kirche. 

In dieser gespannten Situation traf der Erzbischof von Irland eine Sonder- 
abrede mit den ortlichen Behorden, indem er fiir zwei Schulen seines 
Sprengels einer Gemeinschaftsschule zustimmte. Die einzige Bedingung, 
die der kirchliche Wurdentrager stellte, war, daB vor oder nach dem 
schulplanmaBigen Unterricht in den Schulgebauden katholischer Religions- 
unterricht erteilt werden diirfte; was sonst in den USA nicht statthaft ist. 
Die amerikanischen Bisaiofe wandten sich beschwerdefiihrend an den 
Papst und verlangten die "kaBregelung des Erzbischofs. Papst Leo XIII. 
aber billigte die vom Erzbischof getroffene Vereinbarung ausdrucklich. 
In seinem Schreiben an die amerikanischen Bischofe definiert er von der 
Kirche gewunschte „konfessionelle Schulen" auch als solche, 

„wo katholische Kinder mit nichtkatholischen Kindern dieselbe Schule 
besuchen, aber ordnungsgemaB in der Religion unterwiesen werden, und 
zwar von Lehrern, deren Eignimg dazu von Bischofen ausdrucklich 
anerkannt wird". (Quelle: Tischleder, Die Staatslehre Leo XIII.) 
Das ist in der Bundesrepublik Deutschland in alien Christlichen Gemein- 

schaftsschulen gewahrleistet. 

1/56 





e 



DD261 "^77 



SOP AD E - Rednerdienst JUI 

Mitbestimmungsrecht 

Theorie und Praxis der katholischen Kreise 

Anfang September 1949 wurde auf dem Bochumer Katholikentag folgende 
Resolution verkundet: 

„Die katholischen Arbeiter und Unternehmer stimmen darin iiberein, 
dafi das Mitbestimmungsrecht aller Mitarbeiter bei sozialen, personellen 
und wirtschaftlichen Fragen ein natiirliches Recht in gottgewollter Ord- 
nung ist, dem die Mitverantwortung aller entspricht. Wir fordern seine 
gesetzliche Festlegung." 

Dieser Resolution lagen eingehende Beratungen der Ausschiisse zugrunde, 
in denen Mathias Focher, 2. Vorsitzender des DGB und Mitglied der CDU, 
folgende Begriffsbestimmungen gab: 

1. Das Anhdrungsrecht: Der Betriebsrat kann dem Unternehmer 
zwar seine Meinung vortragen, es steht aber vollig im Belieben des 
Unternehmers, ob und in welchem Umfange er sich die vorgetragenen 
Ansichten zu eigen machen oder sie audi nur berucksichtigen will. 

2. Die Mitwirkung: Unter Mitwirkung ist zu verstehen das Zu- 
sammenwirken zur Erreichung eines bestimmten Zieles. Die Mit- 
wirkung erfolgt zwar in der Regel unter GleichbeTechtigung der Be- 
teiligten; diese ist aber nicht notwendige Voraussetzung. 

3. Mitbestimmung: Sie setzt das Recht zur selbstandigen Entschei- 
dung der Werktatigen im Betrieb voraus. Die Entscheidung des Unter- 
nehmers bedarf, um wirksam zu werden, der Billigung oder Zustim- 
mung des Betriebsrates. Die Einstellung oder Entlassung von Arbeits- 
kraften, die Veranderung des Produktionsapparates oder des 
Produktionsprogramms liegt in der kapitalistischen Wirtschaft, die 
kein Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer will, in der selbstandigen 
Entscheidungsgewalt des Unternehmers. Bei Anerkennung des Mit- 
bestimmungsrechtes diirfte der Unternehmer aus alleinigem BeschluB 
nicht handeln, sondern miiBte seine Entscheidung mit dem Betriebsrat 
abstimmen. 

Die Anerkennung dieses Mitbestimmungsrechtes der Werktatigen als 
Naturrecht miiBte zur Folge haben, daB sich alle katholischen Glaubigen 
fiir eine umfassende gesetzlid)e. Regelung einsetzen. Zumindest in dem 
gleichen MaBe, in dem .sie fur die gesetzliche Verankerung des Eltern- 
rechtes eintreten. 

Die Praxis ist inde&jen anders. Bei der Beratung des Mitbestimmungs- 
gesetzes im Bundes+dg in den Jahren 1950 und 1952 haben die katholischen 
Abgeordneten in der CDU mit ganz geringen Ausnahmen gegen die Mit- 
bestimmung in der privaten Wirtschaft gestimmt. 

1/56 




L 



C 



H 



S O P A D E - Rednerdienst C 

Steuern 



Kaffeesteuer viel zu hoch 

Trotz der auf Grund einer sozialdemokratischen Initiative im Jahre 1953 
gesenkten Kaffeesteuer ist das Volksgetrank Kaff ee in der Bundesrepublik 
noch immer mit einem Steuersatz belastet, den man als Luxussteuer an- 
sprechen kann. Mindestens die Halfte der deutschen Bevolkerung wird 
dadurch zwangsweise im Kaffeeverbrauch eingeschrankt. Wahrend sich 
der deutsche Kaffeeverbrauch vor dem Kriege auf 2,9 kg pro Kopf und 
Jahr belief, betragt der Verbrauch heute nur 2,1 kg. In den USA und den 
nordischen Landern hingegen liegt der Pro-Kopf- Verbrauch bei 5 kg 
und mehr im Jahr. 

Der Bundesfinanzminister hat sich bislang einer Abschaffung der Kaffee- 
steuer mit einem Argument widersetzt, daB das einen Steuerausfall von 
370 Mill. DM zur Folge haben wiirde. Diese Zahlenangabe durfte weit 
uberschatzt sein. Einmal kann bei einem Fortfall der Kaffeesteuer mit 
einem Mehrabsatz von 35 bis 40 Prozent gerechnet werden. Dadurch 
wiirde sich eine Mehreinnahme an Zoll und Umsatzausgleichssteuer von 
80 Mill. DM ergeben. Es verbliebe also ein direkter Ausfall von hochstens 
290 bis 300 Mill. DM. 

Dieser Steuerausfall verringert sich aber nicht unerheblich durch andere 
indirekte Steuereinnahmen. Eine Zunahme des Kaffeeverbrauchs von 
35 bis 40 Prozent wiirde nach sich ziehen: 

a) eine monatliche Mehrfracht fur die Seeschiffahrt von 50—60 000 Sack. 
Dadurch sind eine bessere Tonnageausnutzung und hohere Fracht- 
einnahmen gewahrleistet. 

b) Mehreinnahmen bei den Banken durch hohere Akkreditivkosten, 
Devisenprovisionen usw. in einer GroBenordnung von etwa 18 Mill. DM. 

c) Hohere Einnahmen an Versicherungspramien, die man gleichfalls auf 
18 Mill. DM beziffern kann. 

d) Mehrumschlag an den Hafenplatzen. 

e) Aus jeder dieser Mehreinnahme wiirde der Fiskus eine hohere Ein- 
kommensteuer und auBerdem auf jeder Stufe, vom Rosten bis zum 
Einzelhandelskaufmann, hohere Umsatzsteuern erzielen. 

Wenn man alle diese Faktoren berucksichtigt, dann durfte der wirkliche 
Steuerausfall bei einer Aufhebung der Kaffeesteuer tatsachlich nur etwa 
220 Mill. DM betragcn. Das aber ist im Hinblick auf die Kassen- und 
Haushaltslage des Bun^.is ein durchaus zu vertretender Steuerausfall. 

?S ~ 1/56 




I 






L 



L 



- 
SOPADE- Rednerdienst . 4 

.IB 

Landwirtschaft 

„Die soziale Aufriistung des Landes" 

Es geht heute auf dem Lande vor alien Dingen darum, die Menschen-in 
der Landwirtschaft und fur die Landwirtschaft selbst zu erhalten. Wenn 
man aber der weit verbreiteten Landflucht entgegenwirken will, muB man 
dafiir sorgen, daB die kulturellen Einrichtungen, die Vorteile und Ver- 
besserungen der technischen Arbeitsmethoden nicht nur der Stadt, sondern 
auch dem Dorfe zugute kommen. Ferner mussen die alten Sitten und Ge- 
brauche mehr gepfiegt werden als bisher. 

Die sozialdemokratische Partei hat sich dieser Verpflichtung nicht ent- 
zogen. Im Bundesland Hessen, wo sie seit dem Jahre 1945 in der Verant- 
wortung steht, konnte sie das auch praktisch beweisen. Von der ersten 
Stunde an, wo ihr die Verantwortung iibertragen wurde, hat sich die 
sozialdemokratische Fraktion im Hessischen Landtag mit den ernsten 
Problemen der sozialen Aufriistung des Dorfes beschaftigt. Dies geschah in 
erster Linie durch den Bau von Dorfgemeinschaftshausern, die in Hessen 
zu Statten der Erhohmg, Kultur, Korperpflege und nicht zuletzt der 
Arbeitserleichterung fiir die Landfrau wurden. 

Die hessischen Dorfgemeinschaftshauser sind grundverschieden von den 
sogenannten „Kulturhausern" in der DDR. Dort dienen sie nur der poli- 
tischen Beeinflussung durch die SED, hier sollen sie der Landfrau ihre 
schwere Arbeit erleichtern helfen. Gemeinschaftsgefrieranlagen fiir die 
Hausschlachtung, moderne Waschkuehen fiir die groBe Wasche, . Most- 
keltereien und Bader verkiirzen der Bauerin ihren Arbeitstag. Ihre 
Kinder spielen tagsuber in den modern eingerichteten Kindergarten. 

Einrichtungen der offentlichen Gesundheitspflege stehen zur Verfiigung 

man braucht dafiir nicht mehr in die Stadt — und am Abend halt sich'die 
Jugend in den Gemeinschaftsraumen auf oder liest Bucher in der umfang- 
reichen Dorfbucherei. 

Im Jahre 1952/53 beantragte die sozialdemokratische Landtagsfraktion in 
Hessen, 1,5 Millionen DM zum Bau von Gemeinschaftshausern zur Ver- 
fiigung zu stellen. Beeindruckt von den Erfolgen und dem Widerhall, den 
das Aufbauwerk fand, bewilligte der Landtag zur Fortfuhrung des Pro- 
gramms fur das Rechnungsjahr 1953/54 einen weiteren Betrag in Hohe 
von 2,5 Millionen DM. 
Davon wurden gebaut 

im Jahre 1952 ... 22 Dorfgemeinschaftshauser 
im Jahre 1953 ... 43 Dorfgemeinschaftshauser 
im Jahre 1954 ... 50 Dorfgemeinschaftshauser. 
In vielen hessischen Landgemeinden brauchen die Landfrauen dank 
sozialdemokratischer Initiative jetzt nicht mehr zu arbeiten wie zu Grofl- 
mutters Zeiten. Die Jugend verbringt ihren Feierabend gemeinsam bei 
niitzlicher Beschaftigung. In keinem Land der Bundesrepublik mit einer 
anderen Regierung ist das auch nur annahernd so der Fall. 
Durch den Bau der Dorfgemeinschaftshauser in Hessen ist das Dorf in 
seinen kulturellen und arbeitssparenden Einrichtungen den Verhaltnissen 
in der Stadt ein groBes Stuck nahergeriickt, und die Menschen werden 
sich auf dem Lande wohler fiihlen. 1/56 



L 



L 



$rW 



SOPADE- Rednerdienst 



C 



Sicherheit 

Militarallianzen oder kollektive Sicherheit 

Anfang Januar 1956 stellte der britische Experte fur Militarstrategie und 
ehemalige Luftmarschall Sir John Slessor in einem Vortrag vor der 
Deutsch-Englischen Gesellschaft fest, daB die westdeutsche Aufrustung 
die Wiedervereinigung Deutschlands mindestens fur die nachsten vier bis 
funf Jahre unmoglich mache. Damit hat der britische Marschall genau das 
bestatigt, was die Sozialdemokratie stets voraus gesagt hat. Allerdings ist 
Sir Slessor der Meinung, dafi man nach der Aufstellung deutscher Streit- 
krafte die Sowjets zur Aufgabe der mitteldeutscheri Zone werde zwingen 
konnen. 

Wie das geschehen soil, hat er allerdings nicht offen ausgesprochen. 
Indirekt war eine Erklarung dafur darin gegeben, daB Sir Slessor „klei- 
nere" Kriegshandlungen ohne Verwendung von Wasserstoff- und Atom- 
bomben fiir durchaus moglich halt. Sir Slessor ist sich dariiber klar, daB 
die Anwendung atomarer Waffen durch die eine oder andere Seite den 
3. Weltkrieg auslosen wurde. 

Der britische Militarexperte hat damit die todliche Gefahr off enbart, in die das 
deutsche Volk durch die Politik der einseitigen Militarallianzen, wie sie im 
Westen die NATO und im Osten der Ostblock darstellen, gefiihrt wird. 

Dieser Politik einseitiger Militarallianzen stellt die Sozialdemokratie ihre 
Forderung nach einem System kollektiver Sicherheit entgegen. Das be- 
deutet keinesfalls eine Neutralisierung und in der Folge eine Isolierung 
Deutschlands, was die Gegner der SPD in der Bundesrepublik immer 
wieder unterschieben wollen. Vielmehr ware ein Deutschland, das gleich- 
berechtigt und mitverpflichtetes Glied eines Systems der kollektiven 
Sicherheit ist, kein Deutschland ohne Verbiindete, sondern ein mit alien 
Partnern des kollektiven Systems verbundetes Deutschland. 
Die Notwendigkeit eines kollektiven Sicherheitssystems ist auch von 
AuBenminister Dr. von Brentano anerkannt worden. Allerdings in einer 
Rede wahrend des Aufenthaltes der deutschen Delegation in Moskau. In 
der 2. Arbeitssitzung der Moskauer Konferenz am 10. September 1955 
sagte von Brentano, an Bulganin gewandt, er sei mit ihm der iibereinstim- 
menden Ansicht, „daB es keine echte und bestandige Ordnung gibt, wenn 
sie nicht durch ein umfassendes kollektives Sicherheitssystem gesichert 
ist." Das bedeutet nichts anderes, als daB von der deutschen Delegation in 
Moskau vor den Fuhrern der Sowjetunion „die Politik der Starke" ver- 
leugnet wurde. 

Die sehr miBtrauischen Kommentare der Westmachte gleich nach der 
Moskauerreise des Bundeskanzlers haben jedoch geniigt, Dr. Adenauer 
wieder auf die alte Linie zu bringen. Das auBerte sich iibrigens auch darin, 
daB aus den der Bundesregierung nahestehenden Kreise immer wieder 
Verdachtigungen ausgestreut werden, die SPD wolle ein neutralisiertes 
Deutschland. (Siehe auch „Blockpolitik oder kollektive Sicherheit" und 
„Neutralitat, Biindnislosigkeit, kollektive Sicherheit" unter „Sicherheit" 
in 2/55 und 5/55.) T/e „ 

1/56 



C 



L 



ft 



L 



xroai^ 

SOPADE- Rednerdienst • ** W% 

Renten 

Die SPD fur die Rentner und Kriegsbeschodigten 

Nahezu alle von beiden Bundestagen verabschiedeten Gesetze iiber soziale 
Leistungsverbesserungen sind auf Initiative der SPD beschlossen worden: 

1. Das Rentenzulagegesetz vom 10. August 1951, dem Antrage der sozial- 
demokratischen Fraktion vom 29. Juli 1950, 13. Februar 1951 und 
26. April 1951 vorangingen. Allerdings entsprach die Hone der be- 
schlossenen Zulage nicht den Forderungen der SPD. 

2. Das Unfallversicherungszulagegesetz vom 29. April 1952 auf Grund 
des sozialdemokratischen Antrages vom 27. September 1951. 

3. Das Gesetz iiber verminderte Rentenanrechnung (§§ 1274 ff der 
Reichsversicherungsordnung — RVO) vom 13. August 1952 auf Grund 
des Antrages der SPD vom 16. Oktober 1951. 

4. Das von der SPD eingebrachte und am 18. Juli 1952 vom Bundestag 
verabschiedete Gesetz zur Anderung der §§ 1274 ff der RVO, dem- 
zufolge bei Doppelrenten die zweite Rente nicht mehr zu 50%, son- 
dern nur noch zu 25 °/o ruhen soil. 

5. Das Grundbetragserhohungsgesetz vom 17. April 1953 auf Grund 
eines Antrages der SPD vom 22. Oktober 1952. Die SPD hatte ur- 
spriinglich eine Erhohung der Rente bei Invaliden und Alten um 
15 DM, bei Witwen um 12 DM und bei Waisen um 6 DM gefordert. 
Als diese Forderung nicht durchgesetzt werden konnte, schlug sie als 
KompromiB 10, 8 bzw. 4 DM vor. Die Regierungskoalition hingegen 
hat eine Rentenerhohung von nur 5, 4 bzw. 2 DM bewilligt. 

6. Das Gesetz iiber die Umstellung von Knappschaftsrenten auf das neue 
Recht vom 18. Juli 1953 auf Grund des Gesetzentwurfs der SPD vom 
10. Dezember 1952. Doch audi hier hat die Regierungskoalition Ver- 
besserungen der SPD abgelehnt. 

7. Die Anderungsgesetze zum Sozialversicherungsanpassungsgesetz und 
Knappschaftsversicherungsanpassungsgesetz vom 4. August 1953 auf 
Grund des Gesetzentwurfes der SPD vom 10. Dezember 1952. 

8. Das Rentenmehrbetragsgesetz vom 23. November 1954 auf Grund der 
Gesetzesinitiative der SPD vom 1. September 1954. Entgegen der For- 
derung der SPD wurden aber die Waisen ausgenommen. 

9. Das Anderungsgesetz zum Sozialversicherungsanpassungsgesetz be- 
treffend Gewahrung von Witwenrenten an Arbeiterwitwen vom 
3. Oktober 1955 auf Grund der SPD-Antrage vom 13. Februar 1952 
und 9. Marz 1955. 

10. Das Rentensonderzulagegesetz vom 2. Dezember 1955 auf Grund des 

Gesetzentwurfs der SPD vom 21. September 1955. 
Zwar wurden diese Gesetze meistens nicht mit dem von der SPD vor- 
geschlagenen Inhalt beschlossen, aber stets gab die sozialdemokratische 
Initiative den entscheidenden AnstoB. 

Ebenso war die SPD bei der Schaffung des Bundesversorgungsgesetzes, 
des Schwerbeschadigtengesetzes, des Heimkehrergesetzes wie des Kriegs- 
gefangenenentschadigungsgesetzes der drangende Teil des Parlaments. 
Ohne die sozialdemokratische Bundestagsfraktion ware insbesondere das 
Kriegsgefangenenentschadigungsgesetz nie zustande gekommen. 1/56 





c 



c 



X-DD261 ^ U^ 

SOPADE- Rednerdienst _ 



Berlin 



Bundesregierung halt Notopfer Berlin zurtick 

?7n SflfnM HaUS ^ altS ? la i 1 ,o f i ir 11 1956/57 sieht Ausgaben in Hone von 
rSvoS;PStJ-^^ 492 Mmionen mehr als-im Haushalt 1955/56. 
Davon sind allem 347 Millionen fur den langfristigen WiederaufbauDlan 

f V rS S e e n h pi a ^ rlin ^ ftSf ^ k^™' ^ ^^3^2^ 

J25ft2SSSaS2SSSE£! Berlin als Hauptstadt eines wiedei 

saRif^s^ werdende ****** 

L Sft£3SS£Sg sind etwa 250000 neue Arbeitsplatze * 

2 ' 2frSf U! S!? e Pr ? duktion hat den Stand von 1936 bereits iiber- 
schntten (1949 nur 17 Prozent von 1936); 

3 ' l d 9 a 5 S Berliner Sozial P rodukt war En de 1955 fast doppelt so hoch wie 

£?£i? r £ 6hUn f des P erl ,i ner Etats will aber Bundesfinanzminister Schaffer 
durch Drosselung der Zuwendungen fur Berlin entgegentreten (dTb dSr 
Bundesetat urn uber 2 Milliarden gestiegen 1st, stort inn nichn ZuTlDek- 

sSp 68 D f Zit \ T 1 13 °° MilUonen DM *■ Berliner HaishaftwSl 
Schaffer aus dem Aufkommen des Notopfers Berlin nur 800 MillionenTur 

ha 22tt2d? S^S" Aufkommen u des Notopfers aber ist im Bundel 
Ha ESS? I -u I 5 . Mllllonen veranschlagt. Es wird diese Summe aber be- 
SSSf "f 6 ^ 161 !? 11 ^d schatzungsweise 1,4 Milliarden erreichen 
Schaffer will also die von der Bevolkerung fur die Berliner Hilfe auf' 
gebrachten Mitte fast zur Halfte fur ander! Zwecke zuruSehflten 
Das ist ubngens in den letzten Jahren schon immer geschehen Die nach- 
un h HP, e TT^ ge . UberStel l Ung , deS Aufk °™™ns aus dem Notopfer Berhn 
de utUch V ° m BUnd tatsacWidl gewahrten Finanzhilfe zeigt dS 



tu Aufkommen Finanzhilfe Im Bund zuriick- 

Jahr NotopferBerlin Berlin beTaltenes Notopfer 

in MilUonen DM 

387,4 __ 3j8 



1950 383,6 

1951 645,8 5 50 ;o 



- "Wl" 000,1) OR O 

1952 814 ' 2 6620 i«2 

1953 1004,0 68 22 J|5'| 

1954 112 8-0 8329 295'f 
1855 1275,0 8000 475'n" 
1956 1275,0 8 oo,0 Js.'S 

SfaJ? G ^ te c Jahr d ,f Einfuhrung des Notopfers Berlin k'am also die 
aufgebrachte Summe Berlin in vollem Umfange zugute. Seitdem ist der 
vom Bund zuruckbehaltene Betrag standig gestiegen. Berlin aber ist der 
Prufstein fur den guten Willen zur Wiedervereinigung. An der Einstel- 
lung der Bundesregierung zu den Erfordernissen Berlins zeigt es sich 
ob sie es ernst meint mit dem Ausbau Berlins zur Hauptstadt eines wieder- 
vereimgten Deutschlands oder nicht. 1/56 



c 



L 




Library of Congres3 
ift and Exchange Division 
ashinglon 25, D.G. \tf 

Wohnungsbau 

irde fur den sozialen Wohnungsbau 

Trotz der Wohnungsbauleistungen der letzten Jahre fehlen in der west- 
deutschen Bundesrepublik noch immer 3 Mill. Wohnungen, und zwar 
2 Mill, fur Familienhaushalte und 1 Mill, fur Einzelwohnungen. Allein im 
Lande Nordrhein-Westfalen fehlten Ende 1955 nodi Wohnungen fur 
800 000 Familien. Die Halfte dieser Familien sind noch immer menschen- 
unwiirdig in Baracken, Bunkern und Kellern untergebracht. DaB es sich 
hierbei tiberwiegend um die wirtschaitlich schwachen Kreise handelt, liegt 
auf der Hand. 

Es ist unbestreitbar, daB seit der Verabschiedung des Wohnungsbau- 
gesetzes im Jahre 1950 der mit offentlichen Mitteln geforderte Wohnungs- 
bau zum groBen Teil Schichten zugute gekommen ist, fiir die er nicht ge- 
dacht war. 

Das hat selbst das im Dienste der Wirtschaftskreise stehende „Handels- 
blatt" mit der nachstehenden Feststellung offen zugegeben: 

„Der soziale Wohnungsbau ist im wesentlichen dem neuen Mittel- 

stand zugute gekommen, jenen Kreisen namlich, die allenfalls for- 

derungswiirdig sind, aber keineswegs mehr zu den Bediirftigen ge- 

horen." 

Trotz dieser Erkenntnis laBt die beabsichtigte Neuregelung der Wohnungs- 

baugesetzgebung eine weitere Verscharfung dieses Fehlkurses befiirchten. 

Nur unter starkstem Druck scheint der Bundesfinanzminister bereit zu 

sein, mehr als die bisherigen 500 Millionen DM an allgemeinen Wohnungs- 

baumitteln zur Verfiigung zu stellen. 

Fiir das Jahr 1955 liegen die Endziffern der Bauleitung noch nicht vor, 
doch war im ersten Halbjahr 1955 die Zahl der mit offentlichen Mitteln 
geforderten 135 600 Wohnungen um 12 v. H. niedriger als in der gleichen 
Zeit des Vorjahres. Dabei ging der soziale Wohnungsbau schon 1954 gegen- 
iiber 1953 um 15,7 v. H. zuruck (hierzu siehe „Wohnungsbau" in V/55). 
Um einem weiteren Riickgang des sozialen Wohnungsbaues entgegenzu- 
wirken, hat die sozialdemokratische Fraktion im Bundestag bei der An- 
fang Februar 1956 begonnenen dritten Beratung des zweiten Wohmmgs- 
baugesetzes beantragt, die Mittel fiir den sozialen Wohnungbau auf eine 
Milliarde DM zu erhohen. Die Regierung hingegen will auBerstenfalls 
700 Mill. DM zur Verfiigung stellen. Die von der SPD geforderte Erhohung 
ist allein schon dadurch begriindet, daB die Baukosten in den letzten 
Jahren um 40 v. H. gestiegen sind. 

Des weiteren forderte die SPD, daB die Richtsatzmieten im sozialen Woh- 
nungsbau in den bisherigen Grenzen von 0,90 bis 1,43 DM erhalten blei- 
ben. Betragen doch die monatlichen Einkunfte bei 86 v. H. aller heute noch 
Wohnungssuchenden unter 400 DM, von denen 60 v. H. gar nur iiber 
300 DM verfugen. Die SPD fordert auBerdem, daB 75 v. H. der offent- 
lichen Mittel fiir den Wohnungsbau Personen zugute kommen sollen, die 
iiber ein monatliches Einkommen bis zu 500 DM verfugen. 
Allen diesen Bemiihungen der SPD hat die Koalition bisher Widerstand 
entgegengesetzt. X-DD261 "" 






L 






c 



c 



c 



Jfc* 



■m 



SOP AD E- Rednerdienst 



K 

Kindergeldgesetz 

Die CDU/CSU enfscheidet gegen die kleinen Landwirte 

Die sozialdemokratische Bundestagsfraktion stellte bei der Beratung des 
Kmdergeldgesetzes am 15. Januar 1956 im Bundestag den Antrag die 

un^r n 4,lTZ 1T l S t amdhen , Be i ri ?b sinhab er. die ein Jahreseinkommen 
unter 4800 DM haben, von den Beitragszahlungen fur das Kindergeld zu 
befreien. Diese Forderung findet ihre Rechtfertigung darin, daB die Ange- 
horigen anderer Berufsgruppen mit gleich niedrigen Einkommen schon 
lange yon den Beitragsleistungen befreit sind. Eine Ausnahmebehandlung 
der klemen landwirtschaftlichen Einkommensbezieher gegeniiber den 
krSe e als S unSa ge bar Ilten Gewerbetreibenden betrachtet die Sozialdemo- 

Alle im Bundestag vertretenen Parteien — auBer der CDU/CSU — waren 
yon den sozialdemokratischen Vorstellungen beeindruckt und stimmten 
Hch 2 ^. ra S- .^e CDU/CSU jedoch war dagegen. Es ist kaumglTub- 
licn. auch die vielen sogenannten Bauernfiihrer, die CDU/CSU-Bundes- 
tagsabgeordnete sind, wie Bauknecht, Struve, Glusing, Horlacher, Menke 

ZXtJfJ 3 - u 61 ^?' S l [ ITi en gegen den Antra S- Da d ie CDU/CSU im 
gelehnt! Mehrheit hat, wurde der Antrag der SPD a£ 

Durch das Verhalten der CDU/CSU gingen der kleinen Land wirtsch aft 
wieder mehr als 20 Millionen DM verloren. 

SilS ^ 6 / 1 ^"?? ihre Haltun S damit, daB die Bauern ja auch die 
SS^mr^. T* die Industrie deshalb an und fur sich schon 
100 MilhonenDM an Kindergeld fur die Landwirtschaft aufbringen musse 
Diesen Einwand I laBt die SDP nicht gelten. Werden doch die nachgeb ™enen' 
™Z r n &F? dGr . BaUem SpSter fa die Industri * abwfndeS ITe 
it^^^^itn Kind ^ eld ^- g en kein Opfer, sondem 

Ganz sicher war sich die Fraktionsfiihrung der CDU/CSU ihrer bauer- 
hchen Fraktionsmitglieder aber nicht. Sie erzwang deshalb namentHche 
m IflEHF ^ H Zdem ^ ^^scheidung ganzknapp aus m gegtn 
192 St mmen. Hatten nur drei der Bauern in der CDU/CSU-Fraktion ihre 

bSSSH? T- S" Parteii " tere ^en gestellt, dann brauchten dfe Weinen 
Bauern kein Kindergeld mehr zahlen. 

Wie ungerecht die Beitragserhebungen fur das Kindergeld sein konnen 
zeigt das Beispiel aus einem Dorf in Franken. Dort gibt es acnt klefne 
Betnebe mit 125 Tagwerk. Zufallig hat jeder der acht^LnbaSrn nicht 
mehr als zwei Kinder, so daB sie nicht kindergeldberechtigt sind Ein 
dteSSndJS K *K Kinder ,. In d -sem Dor? mussed ?2g prltS 
die acnt Klemen das Kindergeld fur den einen GroBen aufbringen. 

X-DD261 " I/56 
.4 
.29 






c 



c 



c 



v ' i "- ,: --2'« 25, D.C. 

vJZ? T 5l! Und 50 00 ° Obdachlose in Port Said, Tausende von Totm, „nH ^ 



Haarsehari ist die Menschheit an emem 
dritten Well krieg vorbeigekommen. 



i^A^SL^^Wi *?«« des Geldes 

Sin r^«i^- bPUt ^ e ^^ VQn ^^ Englands und Frank- 
Die Wahrheit ist: 

Die Sowjehmion verhinderte den dritten Weltkrieg, 
der von Xgypten seinen Aniang nenmen konnte. 

.4 



if — "l * 



c 



f. 



c 



From: Publications Procurement 
Cilice, ^Beilin 




BERLINER 



-Appeee 



L 



c 






L 



^7 of Congress 

-■ C :'^^Se Division 



From: Publications Procurement " ~"" i ^gfon 25, D.C. 
Office, Berlin 



2 - APR- 

Gom ; . 



At* 




Der Schriftsteller Maximilian Scheer vom Prasidium des Deutschen 
Friedensrates ist gegenwdrtig in Agypten Zeuge der Aggression 
gegen das agyptische Volk. Er ilbermittelte uns iiber Funk folggni 
Berichte: 



KAIRO, NOVEMBER 1956: 



AGGRESSION 






In den sechs Wochen meines Aufenthaltes in Agypten habe ich viel 
von diesem Lande gesehen und mit vielen Menschen gesprochen. 
Ich bereiste das fruchtbare Nildelta, sah die Fellachen bei ihrer 
harten Arbeit, sprach mit ihnen und traf auf manchen friiher land- 
losen Kleinbauern, der durch die Landreform ein Stuck eigenen 
Boden erhielt. Ich besuchte die Befreiungsprovinz, wo der Wuste 
fruchtbares Land abgerungen wird, wo schon Obst- und Gemiise- 
plantagen durch kunstvolle Bewasserungsanlagen entstanden sind, 
wo schon modernste Fabriken am Rande der Wuste arbeiten, fast 



C 



t 






■ 




Bundes verzeichnis 



der von den zustandigen Landesbehorden anerkannten 



Schwerbeschadigtenbetriebe 



L 



im Sinne des § 9 Abs. 4 des Schwerbeschadigtengesetzes*) 






Stand am 1. 1. 1956 






*)Anmerkung: Bliiidenwerkstatten und ZusammenscbJiisse von Blindenwerkstatten, die 
nach § 4 Abs. 3 des Blindenwarengesetzes anerkannt sind, sind durch * gekeimzeicb.net 



L 



■ 



■ 



L 



L 




C 



c 



c 




L 



C 





c 



c 



L 




c 



% ■ 



L 



from: Publications Procurement 
Office, _ Berlin 



&f3 



FU S S B A LLS PI E LE R 

X-DD261 SSSt^PSm^ 

A "~ " *"" 

.29 




TURNER 
UND SPORTLER 



L 



c 



c 



From-. Pubiieation? Ftocur 
Office, BerUn 




erwartet im 



AUGUST 1956 




I92aa-x 



C 



L 



L 



L 



From: Publications Procurement uO^ 

Office, Berlin UJ UIUJ Uj Uj 




LEIPZIG 
RUFT 



L 



C 



_ 




L 



9 <D 



C 



o 

N 



(/I 

9- 

<D 



3" 

2. 

CO 

T3 
Q 

i 

Q 

(D 



a 

3 

CL 

J" 

CO 

9- 

O: 

3 
© 

tr- 
ip 

CD 




Sfe 



sx" ^ its 

« m « S3 as N 



21? 

a* a 

CP •• 

c 

:-£ 

er. 



B 

3 






?i«L S. 



s- 






L 




c 






,L 



O 



jk 



Bern £eben entg&gen, 

Eine Auswahl von Biichern fur die Jugendstunden 
zur Vorbereitung auf die 

JUGENDWEIHE 



c 



2-FEB-6 
Copy- — 19561 



BEARBEITET VON DER BEZIRKSBIBLIOTHEK DRESDEN 
HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALINSTITUT FtTR BIBLIOTHEKSWESEN 



C 



c 



t 




m?s /s 




tfs/tf 




L 




L 



C 



XDD261 
.4 




c 



DAS 



KOMMUNISTISCHE WELTBILD 



UND DIE VERANTWORTUNG 



DES FREIEN MENSCHEN 



Vortrag von Friedrich Salzmann, 
gehalten am Radio Bern am 21. November 1956 



c 



L 



WMim lo 



Zentraler AusschuB fiir Jugendweihe 
in der Deutschen Demokratisdien Republik 

Material Nr. 2 

Zur Diskussion um die Jugendweihe 

1. Frage: Warum Jugendweihe? 

Tn^nH^h^ d ? eih l Kfi? 6 teierh(iie Veranstaltung zur Vorbereitung der 
Jugendhchen fur den Ubergang von der Grundschule in das Leben der 
n.rwacnsenen. 

f B ^t U d u? en^e^enden Schritt, den der junge Mensch in diesem Zeit- 
punkt geht, zu emem unvergeBlichen Erlebnis gestalten. 

™m i 1 hn \ durch ihre vorbereitenden MaBnahmen zusatzliche Kenntnisse 
vermitteln, die er als bewuflter Staatsburger im Interesse der Allgemein- 
neit und m seinem eigenen Interesse fur seinen Lebensweg benotigt.' 
Sie ist eine offentlidie Veranstaltung, in der die feierliche Aufnahme in 
das aktive gesellschaftliche Leben vollzogen wird. Sie ist nicht nur ein 
Festtag im Leben der Familie, sie reicht weit uber diesen Kreis hinaus 
und vnrd zu einem Festtag breitester Schichten unserer neuen demo- 
StShe^Eriebnf U6benden Gemeinschaft ' zu einem aUgemeinen gesell- 

Die demokratisdien Krafte nehmen den jungen Menscben in ihre Reihen 
aut, nelfen, schutzen und entwickeln ihh weiter; der Jugendliche gelobt 
seine ganzen Krafte dem Fortschritt und der Entwicklung seines Volkes 
zu widmen. 

b) Die Jugendweihe entspridit einem tiefen menschlidien Bedurfnis Als 
der Zentrale Aufruf ersdiien, wurde er sofort von Tausenden von Eltern 
auf das lebhafteste begruBt, weil sie schon seit langem fiihlten, daB es 
erne Lucke bedeutet, wenn zwischen Schule und gesellschaftlichem Leben 
kerne erlebnisstarke Hervorhebung dieses Zeitpunktes geschaffen wurde 
Es besteht vor allem das Bedurfnis, in diesem Zeitpunkt dem Jugendhchen 
das kunftige Leben in Beruf und Arbeit im Zusammenhang mit der aUge- 
meinen Entwicklung in Wirtsdiaft, Wissenschaft und Kultur zu zeigen. 

c) Wir haben ..Jugendweihe" gewahlt, weil sie sich vielen alteren Men- 
schen schon eingepragt hatte. Das Wort „Weihe" wurde gewahlt weil mit 
lhm sdion seit jeher der Sinn des Feierlidien, Erhabenen, Ernsten und 
Bedeutungsvollen ausgedriickt wurde. 

d) Es hat schon immer zu fruheren Zeiten und bei verschiedenen Volkern 
Feiern gegeben, die den Zeitpunkt des ttbergangs aus dem Kindheitsalter 
in das Erwachsenenalter besonders hervorhoben. Die volkerkundliche 




C 



c 



c 



* vpM t n 




«tti!illl!MliiLllllli"llll 



Was bringen uns die kommenden Monate? 

Diese Frage stellen sich die meisten Kollegen van uns. 
Zumai uns das Jahr 1954 nicht das gebracht hat, was wir uns alle gewiinscht 
haben: Endlich wieder in einem einfaeitlichen, friedliebenden Berlin, ja 
Deutschland leben zu konnen. In einem Deuitschland, wo uns der Arbeits- 
platz gesichert ist und jeder menschenwurdig leben kann. Das ist aber 
nur moglich, wenn uns der Frieden erhalten bleibt, wenn wir Deutsche 
aus West und Ost zueinander finden und die Wiedervereinigung durch 
Varhandlungen herbedgefuhrt wird. 

Dies aber wollen die deufechen Rustungsmillionare nicht, die wieder, wie 
einst Hitler, nach der Weltherrschaft streben. Adenauer, selbst einer von 
der Gattung, will mit den alten Nazigeneralen Manteuffel, Kesselring, 
Heusinger u. a. „die Ostzone befreien". Das bedeutet: Bruderkrieg! 

Br und seinesgleichen haben kein Interesse an einer friedhchen Ent- 
wicklung. Sie wollen verdienen, noch mehr aus unseren Knochen heraus- 
holen, urn daeiit hoch hohere Oividenden herauszuschinden. 

Wir Werktatige aber wollen ein Leben in Frieden und kollektiver Sicher- 
heit iiihren, so wie es von der Regierung der Sowjetunion schon mehrere 
Male vorgeschlagen wuirde. Wir wollen keine Maschinen bei Werner 
bauen, die dazu dienen, Mordwaffen herzustellen. Unsere Maschinen 
sollen fur die Friedenswirtschaft eingesetzt werden. Unsere Arbeit, die 
in der ganzen Welt geschatzt wird, soil nicht das Leben der andefen 
Volker bedrohen, sondern in friedlichiam Handelsaustausch die Volker 
einander naher bringen. 

Aber gerade das will Adenauer mit der Ratifizaerung der Pariser Ver- 
trage verhindern. , ". 

Unsere Delegierten aiuf dern III. Bundeskongrefi haben sich einmutlg 
gegen die Wiederaufriistung, gegen eine neue Wehoimacht ausgesprochen. 



C 



i?r«a«: rumieations FrocoremeQi ' „ -, 

® ffice ' Berlin free G>py ^V ^f 

. BERLINER BANK 

W AKTIENGESELISCHAFT 



B 






2-.L o 

- (J 



Foreign Trade Bank j jCopy^ -. JwJ , (i 

CAPITAL 20,000,000 DEUTSCHE MARKS . RESERVES 8,000,000 DEUTSCHE MARKS 




C 



^Western Germany's External Trade 
in the Year 1955 



APRIL 1956 



BERLIN-CHARLOTTENBURG 2, HARDENBERGSTRASSE 32 



YV 



r* 

<? 



^»0NO6N 



«, 



^KAWE 



Trf>. 3. JAHRGANG 

\ 

■z. 



/ 



KAWE Kommissionsbui 



o^: 





NUMMER 7 









JULI1956 



INF0RMATIONEN 









FACHBLATT FOR DEN BUCHHANDEL 

Die Texte der Anzeigen warden von den Auftraggebern gestaltet. 



u ichhandlung GmbH. • Berlin-Charlottenburg 2 • (West-Berlin) • Telefon 32 5141 • Telegramme „Kawebuch" 



L«nU 



THE LIBRAK* OT 



AUG2 11956 

DER ACKERMANN UND DER TOD 1/ -*T 

Dbersetzt und mit einem Nachwort herausgegeben 

von Hans Franck (A*K* 

Bibliophilev Band mit mehzfazbigem gzafisohem Schmuck - 104 Seiten - Halbledetband mit Schufjumschlag 

DM 20.— 



♦♦»♦♦♦•»*♦♦♦ ♦ 








*DAS KIRCHENJAHR IN WORT UND BILD 

Ein Perikopenbuch 
aus alten Handschriften zusammengestellt 

von Edith Rothe 

etwa 160 Seiten mit 65 teils fatbigen Tafeln 

Ganzleinenband mit Schufjumschlag 

etwa DM 13,50 


MENSCH IM GEBET 

Zwiesprache mit Gott in zwei fahrtausenden 

Herausgegeben von Hans Krey 

144 Seiten mit 54 Bildtafeln vom Antlifj Chzisti 

Ganzleinenband mit Silbezpzagung und Schufjumschlag 

DM 12,— 


Hans Feldbusoh 

♦QEMALTE FENSTER 

Tafelband mit zahlieidien, teils mehifarbigen Abbildungen 

etiva 224 Seiten, Ganzleinenband mit SchufjumscTtlag 
efiva DM 25,— 


DIE STADTKIRCHE ST. PETER UND PAUL 
IN WEIMAR 

Herausgegeben von Eva Schmidt 

.204 Seiten mit 68 Abbildungen und Tafeln 

Halbleinenband mit Schufjumschlag 

DM 16,50 


Etna Hofmann 

♦CAPELLA SANCTAE CRUCIS 

Der Dresdner Kreuzehor in Geschichte und Gegenwart 

etH>a 240 Seiten mit 58 Abbildungen 

Ganzleinenband mit Schufjumschlag 

etwa DM 12,— 


Hans Franck 

QEDICHTE 

224 Seiten ■ Ganzleinenband mit Goldpzagung 

Zweifarbendtucfc 

Schufjumschfag mit einer Fedezzeidmung von Otto Dix 

DM 6,50 


•FRIEDE AUF ERDEN 

Ein Weihnachtsbuch 

Herausgegeben von Hans Krey 

mit eingefclebfen, teils funffazbigen Bildezn 

61. — 70. Tausend 

196 Seilen • Ganzleinenband mit fazbigem Schufjumschlag 

DM 8 — 


Hans Franck 

LUX UND LUKAS 

Die Geschichte von einem zweibeinigen 

und einem vierbeinigen Fiillen 

Mit Federzeichnungen von Kurt Eichler 

152 Seiten ■ Ganzleinenband mit Schufjumschlag 

DM8 — 



DAS CHRISTLICHE DENKMAL 

Ein Sammelwerk in Einzelheften uber kirchliche Baukunst in Deutschland 
Herausgegeben von Frit} Loffler 

ledes Heft 32 Seiten Kunstdzuckpapiei mit vielen Abbildungen und fazbigem Schufjumschlag 
DM 1,50 • Doppelheft DM 2,50 



X 00261 
.4 

.70 



* In Vozbezeitung 



, 



UNION VERLAG, BERLIN W8, ZIMMERSTRASSE 79/80 



-»♦♦♦♦♦♦♦♦•♦»♦♦»*♦♦♦♦»♦♦ 



*•»♦♦♦#♦*♦»»♦ 



From: Publications Procurement L C- 

Office, ' Berlin ik 

SOZIALISTISCHE EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS 



L 



ZENTRALK OMITEE zentralhaus der einheit /berlin n 54 

—a.— u— WILHELM-PIECK-STRASSE 1 /RUF420056 



L 



L 



r fil » i * Berlin, am 5. Juli 1956 

An das .- "• — 

: - 

Prasidium des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ! 

An die 

Delegierten des Munchener Parteitages ! 

,Z9 

An den 

Vorsitzenden des Parteivorstandes der SPD, Genossen Erich OllenhauerJ 



Genossinnen und Genossen! 

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands entbietet Euch aus AnlaB 
Eures Parteitages briiderliche sozialistische GriiBe. Mogen die Beschliisse 
dieses Parteitages und Euer politisches Wirken dazu beitragen, daB Unsicher- 
heit und Kriegsgefahr fiir immer aus Europa verbannt werden, daB unserem 
Volke dauernder Frieden beschieden ist, daB wir gemeinsam ein geeintes 
Deutschland der Freiheit des Volkes und des sozialen Fortschritts errichten. 

Uber Eurem Parteitag steht das bedeutungsvolle und verpflichtende Wort: 
„An der Wende der deutschen Politik." 

Ja, es ist die Zeit der Wende. Eine neue Epoche bricht sich Bahn. Die vom 
kapitalistischen Joch befreiten Volker sind heute eine uniiberwindliche und 
zukunftsbestimmende Macht von Weltbedeutung, die frohe Hoffnung aller schaf- 
fenden Menschen. Die Weltmacht des Sozialismus verkundet der Menschheit die 
Erlosung vom Alpdruck und von den Schrecken der imperialistischen Kriege. 

Dank des Sieges des Sozialismus in der Sowjetunion und der Bildung des 
Systems der sozialistischen Staaten sowie der Starke der Weltfriedensbewe- 
gung triumphieren heute die groBen Ideen des friedlichen Zusammenlebens der 
Volker, die Ideen der Verstandigung, der Entspannung und der Abriistung iiber 
den Ungeist des kalten Krieges. 

Unser Volk ist mitten hineingestel.lt in diesen ProzeB umwalzender 
geschichtlicher Veranderungen. In unseren Handen, in den Handen der deut- 
schen Arbeiterklasse, liegt die Entscheidung, ob die Volker Europas zur Ruhe 
kommen und befreit werden von der Angst vor einem neuen Krieg, ob sie 
gemeinsam an den Aufbau eines sinnvolleren, glucklichen Lebens gehen konnen. 

Die groBen Ideen und Entscheidungen des XX. Parteitages der Kommunisti- 
schen Partei der Sowjetunion, deren Bedeutung Ihr Euch nicht verschlieBt, 
haben ihre Auswirkung auch auf Deutschland. Sie befruchten die Arbeiter- 
bewegung aller Richtungen, machen alte Streitigkeiten nichtig, reiBen 
Barrieren nieder, offnen Wege zueinander. Wir sind daher der Auffassung, daB 
es auch fiir die Verstandigung unserer Parteien keine uniiberwindlichen 
Hindernisse gibt. 

Genossinnen und Genossen! 

Den Frieden zu erhalten ist uns alien hochstes Gebot. Die Wiedervereini- 
gung Deutschlands als Heimstatt friedlichen Schaffens ist uns Herzenssache. 

Daher tun wir alles, was in unserer Kraft steht, urn ein Wettriisten in 
Deutschland und einen Bruderkrieg zu verhindern, um Deutschland als Staat 



■' m: Publications Procurement 





affOdJS^ 



Betriebszeitung der SED fur die Kollegen von Sieneria 




Der Wiedervereiniguag 

Deutschlands wird nichts in 
fege stehen, wenn 

Wehrpflicht, Ag en tenor gani - 
sationen und die 
Adenauer-Politik zu 
Orabe getragen werden. 

Notwendig sind 
Verhandlungen und Ver- 
standigung nit der DDR. 



L 




Betrifft uns nicht 



• S 9 O * • « 



| Westberlin ist von der Wehrpflicht ausgenonnen! 

Dies bekan ich von DeTeWe-Kollegen K. zu horen, als wir uns iiber 
die Annahne des Wehrgesetzes in Bundestag unterhielten! 
Kollege K. ist der Meinung, dass das Wehrgesetz nicht durchgefuhrt 
werdendarf, dass es die groBte Schande nach den Mar z 1936 1st, 
als Hitler die allgeneine Wehrpflicht einfuhrte. 
Die Folgen der allgeneinen Wehrpflicht faon danals hat Kollege K. 
selbst zu spiiren bekonnen. 

Es ist aber ganz falsch, wenn jetzt Kollege K. sagti "Die Wehr- 
pflicht wird ja nur fur Westdeutschland eingefuhrtc Eur West- 
berlin trifft das nicht zu." 

Warun ist das falsch ? 

Haben wir nicht bei alien Bonner MaSnahnen gehort; 

Das betrifft uns nicht? 

Furze Ze'it danach aber nussten wir bose Uberraschungen erleben* 

Das Betriebsverfassungsgesetz wurde erst in Westdeutschland 

durchgepeitscht, drum nach Westberlin ubertragen, un auch 

hier den Versuch zu starten, die Arbeiter zu entrechten, 

Danit errichtete nan eine Vorstufe zur Aufrustung und Wehrpflicht, 



u 



2 - 




-rung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 

__^honeJ)g.rgr-SLiG donau 



2*2 ^ au 9 n _>eiJLsJcania_sind kampfbereit. 

In don verschiedenen Abtelluneen un- *«, * + ^ ,. -,, 

B . ,_ ^ e Un Es ls * deshalb notwendig, daB die 

sores .Botnebes sind die Prauen un- t? „ 

,„* • , .., „ e Un ^rauen unseres Betriobes sich nicht 
zufrieden uber die Einstufuneen in « . c 

m , , , T . insturun g en m voll den Drohungen der Konzernlei- 
zu niedrigere Lohngruppen 8 +„„„ , nyi . . w 

tun S und gewisser Vorgesetzter ein- 
50 verlangen die Prauen der AbteIlunfiP an w; rt v + , 

.. . ng schuchtern lassen sondern verlangen 

.'Jreherei u a o mlt rorht jr.--.-r, &^ ? 

daB ihre Porderung anerkannt wird. 

Die Prauen von Mix & Genest haben 
gezeigtj daJ3, wenn es notwendig 
1st, die Porderung durch Streik 
durchgesotzt werden kann c 

Kolleginnen, beratet Buch in Abtei- 
lungsversammlungen welche MaBnah- 
men Jhr durchfiihrt zur Durchsetzung 
dieser Porderungen 

Las geschlossene Auftreten aller 
Kolleginnen sichert Buch den Sieg I 
Kolleginnen, wehrt Euch gegen die 
unterschiedliche Bezahlung in den 
einzelnen Abteilungen<> - Bs . kann 
nicht sein,.daB der Meister, je 

nach Gunst, einigen Kolleginnen 
Zulage gibt, um so die Kolleginnen 
untereinander auszuspielen. Pur 
gleiche Arbeit mu£ auch der glei- 
che Lohn gezahlt werden I 
Von jeher versuchte der Unternehmer 
die Arbeiter untereinander auszu- 
spielen und Uneinigkeit zu saen, um 



Eraser 

daB sie aufgrund ihrer. geleisteten 
Arbeit von Lohngruppe 3 in Lohngrup- 
po 4 -ingestuft werden Man verlangt 
von don Prauen',, daB sie Arbeiten 
cualifizi^rteren Kollegen der 
lohngruppe 5 machen, will sie. aber 
weitorhin nur mit Lohngruppe 3 ab-' 
spoison ^Ibstverstandlich wcllen 
sieh dies die Prauen nicht gofallen 
lassen, und sie verlangen mit recht- 
t wie schon gesagt. ? eine hbhere Be- 
zahlung, 

Jede Prau weiJ3 s daB gerade sie, 
aufgrund der ungerechten Entlohnung, 
sjvIoso weuiger Lohn erhalt als der 
Maim.. daB das Prinzip gleicher Lohn 
fur gloiche Arbeit verwirklicht wurce,. 



west 



Loin 330-000 Prauen miissen in 
■er-±in oft unter den unwiirdig- 
Verhaltnissen, bei standiger 
teigorung dor Arbeitsintensitat , 
^rbeitskraft dex UufcorEehater 







L 



Barli*»lJettkb.llaj dea 29.11,56 



*/ 



Aa dia. . - - - - ■--• • 

Prriktloa daa? S©zi*ldamoJ£ratia<oae» 

partes! DaratsslilaasU 



Library cf Cc;:2 rc3S 

Girt r.r.d E:::I:'::?:a Divisioa 

\7a:'-i.-'ca25,D.a 



2- APR- 3 



. •i-w-'V- 






Baslia * SahSaabarg 

saws** * * ■ * u* 1 *-*^ wnp maiaos* *i->rKfi- >q 

Rftt&K&p 

Wart* QuoaossamJ 

HauS* aaftaa wir dm Prasidaataa daa Abgeordaateahauses,. Harm Willy 
Braadfc, oalliegeadaa Aatrag ub*rg«fe**a» Dies er Aatrag slant vor, jede 
Art d«s SaJareitijtraag T©a Jugeadlishea Westbariias (auch die Werbuag 
v@m Pr aiwilligeB J £Sr die wastdeutaohe Armee uad die geplaate Aawea- 
duag d<§s Wetoatrafgaaetaea i* Westberlia zu verhiadera. 

la vJ,elw* »*8td«it80h«a.Stadt«i, m ia Miiach8a 3 Augsburg, Ulm, uad 
ia 58 ftemeiadasL Hasseagj usw e aabsa die zustaadigea Parlameate es 
g«labat, d«a Haitatiariua^apl&ae* der Adeaauer«CDU Folge zu leistea. 



^ 



luca.Eara Parte if uaruag bat si 3b. gegea die Eiafuhruag der allgemeiaea 

Wehrpflis&t ausgesprocneao 

Auf druad Bmrar parlameatarisshea Mehrheit im Abgeordaeteahaus habt 
lar dia lEJgliahkeit, alia Plaaeder Boaaar Militaristea zu verhiadera. 
St all t Eusa mit uas acbutzead vor uasere Jugead. 

Wir erauehe* Eucn, uaserea Aatrag im Abgaordaeteahaus zu uaterstiitzea 
©der eiaea gleiohartigea Aatrag eiazubriagea. 

Hit aozialistischem GruBl 

Sozialistiscbe Eiaaeitspartei Deutschlaads 
.Bezirksleitaag SroJ3«Berlia 
Kammieslo* dear Waal erver tret er 
gea« Baraao Baum 




b, weadeal 



L 



L 



L 



From: Pub: : ca:ic::3 Procurement , r ~&}t)Q 

Office Berlin Library ef Congress " ^ ' U t 

fm^Uede^ Wasli^igtta 25, D. G. 



2 - 

— 



Beweist Eure Verbundenheit mit Eurer Gewerkschaft und erscheint 
alle zur Wohl der Delegierten zur Vertreterversammlung der 
IG-Metall und der Stadtteilgruppenleitung 

am Montag, dem 3. Dezember 1956 
urn 17.30 Uhr, 

im Rathaussaal Steglitz, Schlofjstrafje 36-37. 

Diese Meinung haben die Funktionare Eurer Ortsteilleitung der 
IG-Metall am 8. November 1956 auf der Funktionarversammlung 
bei Wally Schmitt vertreten. 

Angesichts der Tatsache, da§ unsere Kollegen in Schleswig-Holstein 
einen heroischen Kampf gegen Unternehmerwillkur und Ver- 
gewaltigung der demokratischen Rechte der Arbeiter, fur das Mit- 
bestimmungsrecht der Gewerkschaft in den Betrieben und im Staat 
fuhren, kommt der Gewerkschaftswahl im gegenwartigen Moment 
eine besondere Bedeutung zu. 

Der Streik der Metallarbeiter in Schleswig-Holstein gilt der 
Durchsetzung der Forderungen der 6 Millionen gewerkschaftlich 
organisierter Kollegen, wie sie auf dem IV. DGB-Kongrefc vom 
1. bis 6. Oktober 1956 in Hamburg beschlossen wurden. 

x-r- 




L 




L 



v. 



wwxft 





Marschall der Sowjetunion A. Wassilewskij : 

Gefahrliches Spiel 
mit dem Feuer 

Warniing an Feldmarschall Montgomery 



c 



c 



Office, 



horn Jrroouremerii 
Berlin 






.4 
Z9 



Abdrud, aus der ..Tribune" vom 14. September 1K*. Organ des Bund«vorstandes de» FDGB ^ 

I 2 - APR 




Bio ScAr/rr 



im Interesse der graiischen Arbeiter 
gam Deutschlands 



L 



.,Tribune"-Interview mit dem Vorsitzenden des Zentralvorstandes 
der IG Druck und Papier, Kollegen Heinz Meier 

Der Vorsitzende des Zentralvorstandes der IG Druck und Papier im FDGB, Kollege 
Heinz Meier, nahm am Mittwoch in einem Interview zu dem BeschluB des Gewerk- 
scnattstages der IG Druck und Papier im DGB vom Vortage Stellung, Kontakte zu 
Gewerksdiaftskre.sen in der DDR herzustellen und eine (Commission zum Studium 
oestimmter Probleme in der DDR einzusetzen. 



Frage: Wie bewerten Sie die Ent- 
schlieBung des 4. Ordentlichen Ge- 
werkschaitstages der IG Diuck and 
Papier zm Frage der Wiedervereini- 
gung Deutschlands und der Kontakt- 
auinahme mit den Gewerkschaften in 
der DDR? 

A n t w o r t : Dieser Entscheidung des 
4. Gewerkschaftstages der IG Druck und 
Papier messe ich eine groBe Bedeutung 
bei. 

Ich sehe darin einen wichtigen Schritt 
zur Annaherung zwisdien unseren bei- 
den Industriegewerkschaften. Die Stel- 
lungnahme der Delegierten in dieser 
Frage wird von unseren grafischen 
Arbeitern in der Deutschen Demokrati- 
schen Republik lebhaft begriiBt. Seit 
Jahren ist es unser Wunsch, mit unserer 
Bruderorganisation in der Deutschen 
Bundesrepublik Kontakte herzustellen, 
was wir in vielen Schreiben an die 
Vorstande und in Gesprachen mit lei- 
tenden Gewerkschaftsfunktionaren der IG 
Druck und Papier im DGB zum Aus- 
druck gebracht haben. 



Frage: Nach den una zugegangenen 
Iniormationen haben die Delegierten 
des 4. Gewerkschaftstages den Erwei- 
terten Zentralvorstand beauitragt, eine 
Studienkommlssion einzusetzen, die 
die Verhaltnisse in der Deutschen 
Demokratischen Republik in techni- 
scher, betriebsorganisatorischer und 
tarillicher Beziehung priifen und dar- 
iiber Bericht erstatten soil. Was ist 
Ihre Meinung zu diesem Auftrag des 
Gewerkschaftstages an den Erweiter- 
ten Zentralvorstand? 

A n t w o r t : Ich begruBe die Entschei- 
dung, daB die Kollegen der Bundes- 
republik Gelegenheit nehmen wollen, 
sich in eigener Anschauung iiber die 
sie interessierenden Verhaltnisse in der 
Deutschen Demokratischen Republik zu 
informieren. Unser Zentralvorstand er- 
blickt_ darin einen geeigneten Schritt, 
urn die nodi bestehenden MiBverstand- 
nisse, die das Verhaltnis zwisdien 
beiden Gewerkschaften triiben, zu iiber- 
winden. Auf seiner 20. Tagung im Juni 
dieses Jahres beschaftigte er sich er- 



(, 



c 



L 



From : Publications Pr ocur em en f £ (^ 

Office, Berlin 

Abdrudc aus der .Tribune" vom 14. September 1956, Organ des Bundesvorstandes des FDGB 

Library of Congress 

Gift and Exchange Division 



Washington 25, D.G. jp,\\ 



Eiij Schritt 

im Interesse der graiischenAibeiteL 

ganz Deulschlands 




„Tribiine"-Interview mit dem Vorsitzenden des Zentralvorstandes 
der IG Druck und Papier, Kollegen Heinz Meier 

Der Vorsiizende des Zentralvorstandes der IG Druck und Papier im FDGB, Kollege 
Heinz Meier, nahm am Mittwoch in einem Interview zu dem BeschluB des Gewerk- 
schaftstages der IG Druck und Papier im DGB vom Vortage Stellung, Kontakte zu 
Gewerkschaftskreisen in der DDR herzustellen und eine Kommission zum Studium 
bestimmter Probleme in der DDR einzusetzen. 



Frage: Wie bewerten Sie die Ent- 
schlieBung des 4. Ordentlichen Ge- 
weikachaitstages der IG Druck und 
Papier zur Frage der Wiedervereini- 
gung Deutschlands und der Kontakt- 
aulnahme mit den Gewerkschaiten in 
der DDR? 

A n t w o r t : Dieser Entscheidung des 
4. Gewerkschaftstages der IG Druck und 
Papier messe ich eine groBe Bedeutung 
bei. 

Ich sehe darin einen wichtigen Schritt 
zur Anndherung zwischen unseren bei- 
den Industriegewerkschaften. Die Stel- 
lungnahme der Delegierten in dieser 
Frage wird von unseren grafischen 
Arbeitern in der Deutschen Demokrati- 
schen Republik lebhaft begriiBt Seit 
Jahren ist es unser Wunsch, mit unserer 
Bruderorganisation in der Deutschen 
Bundesrepublik Kontakte herzustellen, 
was wir in vielen Schreiben an die 
' Vorstande und in Gesprdchen mit lei- 
tenden Gewerkschaftsfunktiondren der IG 
Druck und Papier im DGB zum Aus- 
druck gebracht haben. 



Frage: Nach den uns zugegangenen 
Informationen haben die Delegierten 
des 4. Gewerkschaltstages den Erwei- 
terten Zentralvorstand beaultragt, eine 
Studienkommisslon einzusetzen, die 
die Verhdltnisse in der Deutschen 
Demokratischen Republik in techni- 
scher, betriebsorganisatorischer und 
taritlicher Beziehung priiien und dar- 
iiber Bericht erstatten soli. Was ist 
lhre Meinung zu diesem Auttrag des 
Gewerkschaftstages an den Er-weiter- 
ten Zentralvorstand? 
A n t w o r t : Ich begriiBe die Entschei- 
dung, da (3 die Kollegen der Bundes- 
republik Gelegenheit nehmen wollen, 
sich in eigener Anschauung iiber die 
sie interessierenden Verhdltnisse in der 
Deutschen Demokratischen Republik zu 
informieren. Unser Zentralvorstand er- 
blickt darin einen geeigneten Schritt, 
um die nodi bestehenden MiBverstdnd- 
nisse, die das Verhdltnis zwischen 
beiden Gewerkschaften triiben, zu iiber- 
winden. Auf seiner 20. Tagung im Juni 
dieses Jahres beschaftigte » er r sicb et- . 

X-DD^61 



.19 



L 



L 



** 








l££If$£$£ifftfiSlJ3£ii 



fr — iid .r pom's i'l'-'PaS'S* 13. J 

all llif**i a lilfl| -Siig 
Hi a S ss 'S£l*lil -s 

EEr^'lg- s 'S^-SS='H-en±s; 

ii!l!li§l?a a li a i|a 



a on m , a »c 

•ess;* .« 

tfl*3lf 

oj I, "O "O E I 

. s g|lf 

■K J. c i> I «' - 
" -S | „ Z 
«£:£ »n ■"£_ 

■§M.oES<:3-. 




33 Eg*!**.! 

111** =lg ac |lB-o<il-E|a J9 -sii-:fSSS£s 

sSiiiiiiiiiiiitiilif 11811 " 










?SS llSH BVl 3 J? 

_£ .£ <u:n 1 1 ™ g ™ J£< 
-£ CjTt-g M £ p3 r- ,_ 

;I^jMijl|IIi 

ill* a-3^ 11 If BjIfiliPi 

~- — I ? m S *T* i. ^IW^fljfli f_ flJ ~ 

. a, S B * 

. ji ra " 0< D* 1 ^ 
■ N"C J3 m w IT, 3 






Is 



Iff 

B 3 w 3 1 
•_ m > S3 ] 






s 1 -p 



SSlfB 

*>fS fc 



iM.SSs 

lllJll^fP 

$*■§•?.« s£« 3 .Is 

llPliIqfil 

W V M Si 



*1 if fill* ft 

~~S g'sg-SS's- 

Ew&>'-'-~wn^fc 

4iPiilt4l4| 

* e j 2 J J a ► - 

c C a ~.B-= § 5 « o-J 

^ i- C C *- S M • 



3 c» S 



> n I Si 



— -5 « c." ?■ aj o; ,^-jr t- 
to . L c- i ¥ . ..-o ^ a; 



; ■= S g -S 



S'gai 






am, 

■ . 9 



■6 5 E » i M 



S wS2 M W 3Q B B {- 

a*. giDffi to i-O I , 



B||a|||*|3 

Kf I II "it»HlS«]il Vfellf ml! 

EA iggSg 

i C£ OJ g T3 *~ -^ 
OJ B rt "! "* 01 

|. a ||5g- 

ii|s*1l JiuliiMf J:J:« Cai 



x i ■- 






' i^yfiJaS §fi (j 



iilil^llifl 



qs tj 



coSntOj 



~ P - 



1| 1111*1 



5aQ" J 



f<Itl* J * 



fifljfr 



i *~ 



C -J Q. 






Q,-- 



Pi* 

C^ D. 

1 Bw 



3 8L, 



IIIiIII Q l!!!!lIll! 5 lIIIlIil!|i 



Werte Kollegen! 



J 5-JUL3 0I 
{Copy-— -1956 * 






mm 

L'Jit grossem Interesse verfolgten wir die Bera.tungen und Ergebnis3e 
Barer Facliabteilungs.-Konferenz, sowie die Wahlen der Delegierten 
zur Bezirkskonferenz der Gewerkschaft 52V am 31.1.1935. 
Die Delegierten, die Euer Vertrauen besitzen, haben zugleich die 
hohe Verantwortung, Eure Interessen auf der Bezirkskonferenz zu 
vertreten, 

Jeder von Euch spurt durch das An3teigen der Preise von Tag zuTJag 
mehr, dafl die geplante Aufsteilung einer neuen Wehrmacht auf Kosten 
der Arbeiter und Angestellten erfolgt, 

Scharnowski, z.Zt. noch Vorsitzeader des DGB, ignoriert den BeschluB 
de3 3. DGB-Kongresses gegen die Remilitarisierung, indem er der 
eifrigste Verfechter zur Wiederaufstellung neuer Soldnerverbande 
auch in Westberlin ist. Schon in Frankfurt/llain stimmte er gegen den 
BeschluB, der die Remilitarisierung ablehnte. Wir sind der Heinung, 
daB ein solcher Gewerkschaftsvertreter weiterhin nicht mehr das Ver- 
trauen der Mitglieder geniessen kann. 

In diesem Zu3a:ainenhang muB man auch das am 1. Februar geplante 
freche Auftreten des Militaristen Graf von Baudissin betrachten, der 
In Westberlin fur das Bonner Kriegsministerium neue Soldaten wer- 

"ben will. Wir empfehien Euch, in Eur en Betrieben Protestresolutio- 
nen gegen das Auftreten des Kriegsverbrechers Baudissin zu beschlie- 
Ben. Beauftragt Eure Delegierten zur Bezirkskonifferenz am 31.1.1955» 
daB sie sich mit ihrer ganzen Kraft dafur einsetzen, daB diese Pro- 
vokation in Westberlin nicht zur Burchfuhrung gelangt. 
Der Militarist Baudissin darf in Berlin nicht sprechen, 
Jblgt dem Beispiel Eures Kollegen Kummernuso , der sich als 1. Vcr- 
sit^ender der Gewerkschaft OTV fur die Durch fuiirung des BeschluBes 
gegen die Remilitarisierung durch ausserparlaraentarische Aktionen 
voll einsctzt, Auf der Landesbezirkskonferenz Eurer Gewerkschaft in 
Baden-Wttrttemberg kiindigte der Koll. KummernuB harte Lohn-und Ta- 
rifkampfe fur das Jahr 1955 an und wandte sich scharf gegen die 
Vers chleppung^taktik der Bonner Regierung bei Lohnkampfen, wlihrend 
3ic gleichzeitig Milliardenbetrage fur die Aufrustung bewilligt. 
Zur Remilitarisierung fuhrte Koll. KummernuB aua, daB Taten folgen 
raussen, urn den gefai'3ten BeschluB gegen die Remilitarisierung zu 
^ verwirklichen, da man mit ihm, solange er nur auf dem Papier steht, 

" nicht die Sterne vom Himmel holen kann# Er wird seinem Sohn empfehien, 
bei Erhalt des Stellungsbefehles, denselben in den Papierkorb zu 
werfen. 






L 



^ra:P,^cation8Procuremenl 



0ffi c* . ^ BerJia 






- 



? 



Barlin-Zehlendorf ? deni 14,6,1956 

.Z9 
L i o Ve E 1 t e r n I _._ 

In Ktirze be^innen fiir unsGre Kinder die grosser} Ferienj 
in denen sie slab, fur den v/eiteren Unterricht erholen 
sollen, Die beste Irholung finden sie durch. Eeisen in 
die schonsten Ge^enden unserer Heimato 

Gibt es fiir unsert) Kinder diese Mogliciikeit? 

Kierzu v/ird am 21 a Juni 1956 urn I9 ? p0 Dhr im Lolcal 
"SchultheiB" , Zehlendorf ; Haciinov/erstrd sine 

Elternversamraiung 



durcb^efuhrt . 

Alio Eltern aind herslich. eingeladen! 



Ferienkomiission - Zehlendorf 




From: Publications Procnremenl 
Office, ' Berlin 

C Hintergriinde der Krawalle 
am Wedding entlarvt! 

Senat und Polizei zum Riickzug gezwungen ! 

Die Afrikanische StraBe und ihre Umgebung war audi am letzten Donnerstag wieder durch 
riesige Polizeiaufgebote praktisch unter Ausnahmezustand gestellt. 

Die Bevolkerung aber lieB sich diesmal nicht provozieren. 

In den vergangenen Tagen hatte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands vor der 
Bevolkerung des Wedding und besonders vor der Jugend die Hintergriinde der Krawalle in 
der Afrikanischen StraBe entlarvt. . j J 

3te SED wits ttacd: .29 



L 



L 



Die Zwischenfalle in der Afrikanischen StraBe 
waren eine wohlorganisierte Provolcation! 

Vorbereitet wurden sie durch einen wochenlangen, groBangelegten Pressefeldzug iiber die 
sogenannten Halbstarken. 

Mit sensationell aufgemachten Artikeln, Uberschriften, Hinweisen und „Warnungen" 
forderte man die Neugier, verstandliche Abenteuerlust — aber audi den Widerspruch der 
Jugendlichen heraus. 

Durch diese wohliiberlegte und raffinierte Propaganda wurde an den beriichtigten Donners- 
tagen stets eine Ansammlung von Tausenden von Schaulustigen erreicht. 

Die von der Frontstadtpresse provozierten Menschenansammlungen boten dann der Polizei 
die willkommene Gelegenheit, auf die Jugend einzuschlagen. 

Am nachsten Tage aber begannen die Zeitungen erneut iiber die „Verkommenheit" der 
■ Jugendlichen zu schreien! 

Welche Plane steckten dahinter? 

Durch die von Presse und Polizei in geschickter Arbeitsteilung organisierten Krawalle 
sollte ein Keil zwischen die Jugend und die altere Generation getrieben werden. 

Das wahre Ziel 

des gemeinschaftlich von der Adenauer - Partei, dent 
Senat, der Presse und der Polizei angestimmten Geschreis 
iiber die Disziplinlosigkeit der Jugend war die Durch- 
setzung des Gedankens, daft nur beim Kommift der 
Jugend „Zucht und Ordnung" beigebracht werden kann. 




6 1 From : Publications Procurement 

A Office, Berlin 

Frieden unci Verstandigung 
Sw sind die Lebensgrundlagen des Mittels fandes 

er-Bundestag_und der Bundesrat haben das Gesetz zur Einf iihrung der Wehrpflicht angenommen. Am 
21. Juli 1956 unterzeichnete Bundesprasident HeuB das Wehrpflichtgesetz. Er tat dies, obwohl er 1949 
erklarte : „Selbst wenn die Alliierten die Schaff ung einer deutschen Wehrmacht vorschliigen, wurde ich 
mich dagegen wehren." 

Das Wehrpflichtgesetz wurde zu einem Zeitpunkt durchgepeitscht, an dem eine groBe Anzahl Staaten in 
der Welt entscheidende MaBnahmen flir eine Entspannung der internationalen Lage und fur Abrvistung 
durchfuhren. So hat die UdSSR im Jahre 1955 640 000 Soldaten entlassen und will bis Ende Mai 1957 
weitere 1,2 Millionen demobilisieren. Weiterhin reduzierten ihre Truppen: Polen um 47 000, die Tschecho- 
slowakei um 44 000, Rumanien um 40 000, Bulgarien um 18 000, Ungarn um 35 000, Nordkorea um 
80 000 und Albanien um 9000 Soldaten. Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik schlug 
der Bundesrepublik vor, auf die Einf iihrung der Wehrpflicht zu verzichten und beschloB, die Gesamt- 
starke der Nationalen Volksarmee von 120 000 Mann auf 90 000 Mann festzulegen. 

Der USA-AuBenminister Dulles sagte auf einer kiirzlich stattgefundenen Pressekonf erenz, daB es keine 
Griinde gibt, die die Wes* "^chte veranlassen konnten, weiterhin Millionen-Heere zu unterhalten. Der 
USA-Generalchef Radfor'" pfahl, die Gesamtstarke der amerikanischen Streitkrafte um 800 000 Sol- 
daten zu verringern. 

Die Nachrichtenagen' Reuter aus London weiB aus britischen Regierungs- und Militarkreisen zu be- 
richten, daB eine Kurzung der Riistungsausgaben bis zu 500 Millionen Pfund Sterling erwogen wird. Im 
englischen Unterhaus treten immer mehr Abgeordnete fur die Abschaffung der Militardienstpflicht ein. 
Bei seinem Besuch in Westdeutschland erklarte der indische Ministerprasident Nehru, daB keines der 
internationalen Probleme, auch das Deutschlandproblem, durch einen Krieg zu losen sei. Wenn man 
aber den heiBen Krieg ablehne, miisse man auch gegen den kalten Krieg sein. Nehru stellte weiterhin 
die Frage, welchen Sinn hat unter diesen Umstiinden die Aufriistung? 

Diese Tatsachen, die noch beliebig erweitert werden konnen, beweisen, daB Adenauer und seine An- 
hanger mit der Politik der Aufriistung in der Welt allein stehen. 

Die Aufriistung der Bundesrepublik kostet laut „Tagesspiegel" vom 7. Juli 1956 11,4 Milliarden DM. 
Militarexperten schatzen den Betrag der Aufriistung der Bundesrepublik auf 16' Milliarden DM. Dazu 
kommen 5,6 Milliarden DM Besatzungskosten. Diesen Betrag von insgesamt 17 bis 21,6 Milliarden DM 
miissen die schaffenden Menschen in Westdeutschland und Westberlin aufbringen. 

Das ist der Weg der standigen Preis- und Steuererhohungen. 

Ein anderer Weg wird von der Deutschen Demokratischen Republik beschritten. 

Es ist der Weg des f riedlichen Auf baues, der Hebung des Wohlstandes und der Freundschaf t mit alien 
Volkern. 

Diese Politik brachte den werktatigen Menschen in der DDR einen weiteren wirtschaftlichen Auf- 
schwung. Bei den kiirzlich abgeschlossenen Verhandlungen zwischen der Regierung der DDR und der 
UdSSR wurden die Kosten fur den Aufenthalt der sowjetischen Truppen auf deutschem Boden von 
1,6 Milliarden DM auf 800 Millionen DM gesenkt. 

Durch die Einsparung von 800 Millionen DM wird die Deutsche Demokratische Republik, wie die 
britische Zeitung „Times" schreibt, zu wesentlichen wirtschaftlichen Aktivposten kommen. 

Aber nicht nur diese 800 Millionen DM werden der DDR in ihrer weiteren technischen und wirtschaft- 
lichen Entwicklung helfen. Die abgeschlossenen Verhandlungen sehen eine bedeutende Erhohung der 
gegenseitigen Warenlieferungen fur 1956, vor und Ergreifung von MaBnahmen, um eine moglichst voll- 
standige und rationelle Auslastung der Produktionskapazitat der Industrie der Deutschen Demokra- 
tischen Republik zu gewahrleis ten. Mit der Hilfe der UdSSR wird auf dem Gebiet der DDR eines der 
groBten Atomkraftwerke der Welt mit einer Leistung von 100 000 kW gebaut werden. Diese Verein- 
barungen werden sich zum Wohle des werktatigen Volkes in ganz Deutschland auswirken. 

Ang-ehorig-e des Mittelslandes ! 

Audi in Westdeutschland und Westberlin kann und wird der Mittelstand den Weg in eine gesicherte 
Zukunf t gehen. Es ist aber erforderlich, daB die Hindernisse beseitigt werden, die der Einheit unseres 
Vaterlandes entgegenstehen. 

Handwerker, Einzelhandler, Ang-estellter, 

Geistes- und Kulturschaffender! 

Reihen auch Sie sich ein in die Bewegung des deutschen Volkes gegen die allgemeine Wehrpflicht. 

Fordern Sie von der Bonner Regierung und vom Bundestag MaBnahmen in der Abriistungsfrage und 
die Verstandigung mit der Deutschen Demokratischen Republik. 

Bezirksverband GroB-Berlin 
der National-Demokratischen Partei 



C 



c 



■<v 





> ' 



L 



. omg&Ji ^^ ITS is. *^MJ? ^ ^"#^ : 6* **^Vw* eft 



x) ret "'•"•"»«".i«i:„ wv ,u«v : *-""^ £.> 



**<Sto?wjz 







/.^ V 











•'•v.-* 



Du weist es nock nicht genau? Wi* wollejn IDir^s le-icht maoher*. .4 
Nimm an unseren Ferienspielen teiil ^n 

Jeden Tag ist etwas anderes los, Sicher wird Dioh vieles intepse- 
sieren. 



50.Juli 1956 

9 Uhr 

Bhf. Ireptcw 



Wir begirmen &±t e iner f aiuieruag durch den Tege- 
ler- Forst 



51. Juli 1956 Hast Du das Zentraihaus der Jungen Pionier6 schon 



besichtigt? Noch. nicht? Dann komsi dock mit! 



L 



10 Uhr 

Bhf, Treptoy/ 

1. August 1956 Zu lustigem jjeeang, Spiel und Sttts kommst Du sloher 
'14 Uhr gexn in den Jahnpark und brings t Deina Freunde mit, 

Jahnpark 
GroBe Wiese 

2. August 1956 Eeute gefct es in die Muggelberge,, Alle Hadfakrer 
9 UhT sind natiirlich am Karl-Marx-Plat a , die FuflgSagar 

Karl-Marx-Platz am Bahnhof Trepto* w 
Bhf. Treptow 

6. August 1956 Auf in den Grunewald 2u einer sohonen V/anaeru-^? 
9 Uhr 

Bhf. Treptow 

7. August 1956 Wir gehen in's Kino. Welchen Film w'iff sehen und 

wann wir uns traffen, erfahrt Ihr vorher* 

9.. August 1956 Es geht raus nach Brietz, um dbrt in einem Park 

iZ Uhr zu singen und zu spielen, 

Buschkrug 

10. August 1956 Alle Sportier sind sioheriioh daK>i auf der Wande- 
9 uhr rung zum Seddi.nsee ? wo wir ein Sportfest durchftih- 

ren t 
Bhf. Treptow 



Froui: Publications Procurement I 

; j m Office, Berlin I ^ 





Sie halt es daher aueh fur notwendig, die aufgeicorfenen Fragen 
sehnellstens der Westberliner Offentlichkeit zu unterbreiten. 




Sozialistische Einheitspartei Berlin-Neukolln, den 26. 4. 56 

Deutschlands Allerstrafie 35 

Kommission der Wahlervertreter 



An den 

Regierenden Biirgermeister 

Herrn Dr. S u h r 



Sehr geehrter Herr Biirgermeister ! 

Presse und Rundfunk haben die Offentlichkeit uber skandalose Vorkommnisse informiert, die 
aus einer Quelle im amerikanischen Sektor Westberlins entspringen. Es handelt sich urn einen 
Spionagetunnel von Neukolln-Rudow nach Altglienicke, Ostberlin. 

Die Kommission der Wahlervertreter der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in West- 
berlin ersucht Sie, Herr Biirgermeister Dr. Suhr, folgende Fragen dem Senat vorzulegen und uns 
zu beantworten: 

D Wann hat der Senat Kenntnis von der Existenz eines Spionagetunnels in Berlin'Rudow 
(Neukolln) erhalten? 

Gibt es ein Ubereinkommen zwischen Senat und Besatzungsstellen, das derartige Bauten 
ermoglicht? 



Die SED stellt im Interesse der Bevoikerung 



20 Fragen an Dr. Suhr! x '^ sl 

Westberlin erwartet Antwort! Z9 

Die Kommission der Wahlervertreter der SED in Westberlin liber- 
mittelte am 26. April 1956 gegen 14 Uhr dem Regierenden Biirger- 
meister, Herrn Dr. Suhr, das nachstehend in vollem Wortlaut 
abgedruekte Schreiben. 

Die Kommission der Wahlervertreter der SED ist der Auffassung, 
dafi die darin gestellten Fragen und ihre sofortige, eindeutige 
Beantivortung der Sorge um das Wohl der Bevolkerung und da- 
mit den Wiinsehen jedes einzelnen Westberliner Burgers ent- 
sprechen. 



■ 



L 



From: Publications Procurement 
Office) ' Berlin 

x -J 

.Z9 



i 

Itf 






,':" 111 S. i Is l!"f 



aa 30. J /■&(> 



' % - APR- 3 



C 



Heute ffepdcn stch pai'fcellose Menschen sua dan LEW "da-a Bairnler" 

Hennigadoi'j an Sie* um Itaen eiaen ippei zu tiber sendee den w ; x 

aufgrua'J dt r emsfcen f. age en die offentliohe Meimrag' gecichtet 

haberia 

Zahlrei.ehe Zustimmuagea. aind be. re ltd 



.lien Kseisen 



volksruag taa Osfc and iVest bei una eingegaagerie 'JSfir bit tee 
sbenfalla xecht beralich, una lore Aaslcbt oder forachifcge 



. as 



en fcae 



mlfeauteiler 



sx dtesen 



VieiOeiabt s-dnd Ste auoJb in der Lags* eine Aaasprsche 
Appe&tm i&teiae Hire* Fre uncle oder Mitearbelter herbeizuftihxenT 
Wii/ sehen l-icer Anfcwort ait Irwartung enfcgegen and hoffen^ uaB 
aucb Ble si:;h diesem ao wichtigan Anliegen niohb versehliestfen 
werdano 



SocJaachfcungsyoll! 



Werner Jwek 
Gaelic, ike j 



Werner lulled 

Konsteruki'eur 



C 



i Arxi age 



c 



From: Pu'^Hcationa Procurement 
Office^ ^Berlin 



*> 



2 



APR- 3 



f.rnr^? 






Hennigsdojcf o da 



n ^.^r^ 



LC 




$<%27?6?1^ ffer^t 



t^vz 



/ 



n 



L 



Saute wendm oich paxtelloae llensohea aus den LEW "Haas Balmier" 
Henntgador.-. an Si©j am Ifanan etnen A.ppe31 su ubersendan B den w-ir 
aurgrund d.r exastea Laga an die offentltcliB Bfiainuap Kerichtet 
■habeas ° 

Zaalreic-be Zusttimnuagea sia& bereita aus ollan Kraisea dei? Ba~ 
voltosong .as Oat and West bei imo eingegangea a ffi.E bitten 83« 
ebeafalls :?acht herzlloh* uas ihro Anaicht cds^ Vora'lhi&V"" 
mitzuteileiia .. ° 

fielleicbt ;<ind Si# auch In der Lage, eine Atisapracbs liber aiesan 
Appeal lm Stelae Hirer Fjoeande oder Mifcasbalte* herbeizofuhran 
Wi* sehaa ,*.hre£ Aatwort mit Erwastuag £ntgea;ea und hoffan, dafi 
aucb SI© s:.ch diesem so wichtelgen Aniiegon atobt veuschliaasan 

werden,, ' 

HocbaebtaagsTolll 

We^aer Miiller 
Koaatsuktaur 




Werae, 
(SeclalkeJC 



Aal ^§e 




From: Publications Procurement 
Office, " Berlin 



&'- APR- ^. i 






\r-c~? 



' i Z^ 




0ha£e Weddiz2(jer^8dcgea // 

-^Nachstehendea Brief eandte die Kommission der Wahlervertreter 
der Sozialistisohsa Einhoitspartoi Deutscalands an den Bezirks- 
burgermeister Eattis. Da dieser die ' Annafcree des Briefes der 
Kommission der Waalervertreter , die 7.200 W&hler im Wedding 
vertritt, verwetigerte, sind v/ir gezwuagea. auf diesem Wege die 
Offefctlicalceit $r$» dem Ixihalt des Briefes za unterrichten. 



- 



Bezirksamt W**Ȥ 

B£rJLinJL§2 ' 
IBilleMtr. 146/1*? 



t i s 



C 



c 




-vertreten* .. k o * a a u a d 



Den 



e h e ra a 1 i 



e n 



axis 



s o 



a-j 



don 



s s e n 
3 1 e r n 



ft e n t en, 

n don Sozia- 



den 



o T b r 9 c ii- e r 

1 1 * . i * * « v a Vt r » 

Brandt . „v T - a -t 5 senden Entzug der ^nter- 

und Weihnachtsbeihixie *xrd ^ o;° w1bW . la Art . 3 GG 

setz und die ^eetDarlir^r yerxasB 

2. Manner u^d £ r-uon ^enden I 






L 



L 



C 



X-DD261 
.4 
.Z9 

Hennigsdorf, dan 2.11.1956 



3- APR- a 




8ehr geehrte Herren! 



Heute vvenden sich parteilose Menschen eaia den IAv./ "Hans Balmier" 
Hennigsdorf an Sie, um Ihnen einen Appell su iibersenden, den.wir 
aufgrund der ernsten Lag'e sn die offentliche Meinung gerichtet 
haben. 

Zahlreiche Zustiamruugen sind bereits aus alien Kreisen der Be- 
vo Ike rung aus Qst und West bei uns eingegangen. Wir bitten sie 
ebenfalls recht herzlich, uns Ihre Ansicht oder Vorschlage mit- 
suteilen. 

Vielleicht sind >3ie auch in der Lage, eine Aussprache liber diesen 
Appell im Kreise Ihrer IPreunde oder Llitarbeiter herbeizuflihren. 
Wir sehen Ihrer Antwort mit Erwartung entgegen und hof ten, daB 
auch Sie sich diesem so wichtigen Anliegen nicht verschlieiien 
werden. 



Ho c h ac h t ung s vo 1 1 1 



1 Anlage 

iv'd 



%&u*4 lUu4&r 



Gregor Vcgel Werner Miiller 

Ko ns trukt eur Ko ns trukt e ur 



■ 

1 




L 



" ' 






. 










c 



fe 



X-DD261 

.4 
.29 



*|25 



L 




c 



c 



2 - FE8 1 * 

._. 1957 



[Cow 



XDD261 



L 



Wasisfder 



msvi 



at? 






c 




^rt±^r^P=^f=Jp=^^^i^^^^c=JfrJr^Jf=Jr=Jr=JJ=li=T 



L 



c 



c 




L 



L 



(_ 




L 



c 



'■ 



L 




DD261 



'$, 



mz 






©J 






SSNmi 






'^/S/ 1 



In schweren Kampfen zwangen die Arbeifer 

der herrschenden Klasse das ZugesfanriisJs ab, 

Bin Gozialversicherungsgesetz zueitesen 




1* 



I-DD26 
.4 
.Z9 



c